News
15.09.2014
Wettbewerb: Neues Symbol für »Speichern unter« gesucht
Die gute alte Floppy Disk hat ausgedient – wie könnte ein zeitgemäßes Symbol aussehen? Deadline: 30. September 2014
15.09.2014
Pictoplasma in Mexiko
Ab dem 19. September macht die Character-Ausstellung erstmals Halt im Museum for Contemporary Art MARCO in Monterrey, Mexiko:
15.09.2014
Saatchi & Saatchi-Recruiting-Veranstaltung
Am 26.09. laden Saatchi & Saatchi zu der Podiumsdiskussion »Werbung ist tot! Oder riecht sie nur komisch« in Berlin ein:
15.09.2014
»How Soon Is Now«
Die Ausstellung »How Soon Is Now« – 12. Sept. bis 15. Okt. 2014 – in Berlin greift Themen der Ausstellung »This Is Tomorrow« von 1956 auf.
12.09.2014
Portfoliosichtung in Hamburg
Am 8. November lädt der Freundeskreis des Hauses der Photographie e.V. erneut zur Portfoliosichtung ein, Anmeldung bis 25. Oktober:
12.09.2014
London Design Festival 2014
Morgen startet das London Design Festival, auf dem sich bis zum 21. September die internationale Kreativszene einfinden wird ...
12.09.2014
Verpackungsfrei Einkaufen in Kiel
Verpackungsdesign liegt ja gerade voll im Trend, wie es auch ohne geht, zeigt »Unverpackt Kiel«. Via Magazin für Restkultur:
11.09.2014
Greenpeace startet Designwettbewerb gegen Gentechnik bei McDonald's
Grafiker, Designer und andere Kreative sind aufgerufen, ein zentrales Kampagnenmotiv zu entwerfen. Deadline: 20. Oktober 2014
11.09.2014
Offscreen Issue No9 ist da!
Print Is Dead. Long Live Print! Das Independet Magazin über Leute aus dem Netz veröffentlichte gerade seine 9. Ausgabe:
11.09.2014
Heute: The Piracy Project Reading Room
Ab heute zeigt Glasmoog an der KHM Köln das internationale Ausstellungsprojekt, das sich mit kultureller Piraterie beschäftigt:
Kalender

15.09.14 / Berlin

Professur Gestaltung von Print- und Online-Medien

Beuth Hochschule für Technik Berlin \"University of Applied Sciences\"

15.09.14 / Stuttgart

Senior Konzepter / Online (w/m)

Strichpunkt GmbH

14.09.14 / Düsseldorf

Project Manager Online (m/w)

ecx.io germany GmbH

14.09.14 / Bodensee-Region

Projektmanager interaktive Lernprodukte tiptoi® (m/w)

Ravensburger Spieleverlag GmbH

14.09.14 / Stuttgart

Senior Account Manager / Editorial (w/m)

Strichpunkt GmbH

 
Kalender
News
Julia zu
Apple Video – alles nur geklaut?

Da könnte man ja gleich behaupten, OK Go hätten von Felice Varini oder Axel Peemöller geklaut, denn neu ist der ...
15.09.2014
mehr
Kate zu
Gewinnspiel – PAGE verlost 3 Spiekermann-Bücher

Typo tYpo tyPo typO
15.09.2014
mehr
Alex zu
Apple Video – alles nur geklaut?

Das Intro von Apple bzw. TBWA ist dennoch emotionaler.
15.09.2014
mehr
Peter Harasim zu
Gewinnspiel – PAGE verlost 3 Spiekermann-Bücher

Hallo Erik, vielen Dank für die inspirierende Zusammenarbeit auf Audi (Du noch bei Meta, ich noch bei JvM) und ...
15.09.2014
mehr


Line

Die Verantwortung des Konsumenten und ihre Grenzen

Die Verantwortung des Konsumenten und ihre Grenzen

03.07.2013 Autor: Jürgen Siebert

 

Immer zum Erscheinen der aktuellen Printausgabe der PAGE: »Die Fundstücke« von Jürgen Siebert. Freuen Sie sich über kühne Kommentare zu Trends, Entwicklungen, Ereignissen und dem ganz normalen Alltagswahnsinn eines Kreativen ... Diesmal: Der mündige Verbraucher und die richtige Politik.

 

Verbraucher sein ist nicht leicht im Land des Überflusses. Jüngst forder­te ein Berliner Journalist, wir Kunden soll­ten Apple mit unserer Brieftasche zwin­gen, endlich ordentlich Steuern zu zah­len und keine Arbeiter in China auszubeuten. Hallo?! Ich soll mir also Geräte zulegen, von denen ich nicht überzeugt bin, nur damit ein in die Kritik gerate­ner Konzern zur Räson gebracht wird. Gibt es dafür nicht Politiker und Gesetze?

 

Ob Eier von unglücklichen Hühnern oder steigende Strompreise ... wenn die Vermarktungskette aus dem Ruder läuft, ducken sich manche Verantwortliche gerne weg und schieben den Verbraucher vor. Dann heißt es »Selbst schuld, wer billig kauft … oder » … wohl nicht die Inhaltsstoffe gelesen«. Die Zeitung »der Freitag« hat Anfang des Jahres eine Lis­te mit den Top-Ver­ant­wortungsfel­dern ver­öffentlicht, auf de­nen wir Verbraucher kämpfen.

 

Danach:
• steuern wir mit unserem Kaufverhalten die Nahrungsqualität,
• beeinflussen wir mit dem Stromzähler die Energiepreise,
• verschmutzen wir mit schickem Verpackungsmüll die Umwelt,
• bekommen wir abends das Fernsehprogramm serviert, das wir verdienen,
• haben wir uns nicht hinreichend informiert, wenn Aktien abstürzen,
• befeuern wir mit dem eigenen Wohnverhalten die Mietpreise,
• beerdigen wir mit unserer Gratiskultur die Printmedien,
• drosseln wir bald mit übermäßigem Digitalkonsum das Internet.

 

Unser Verhalten und die angebotenen Produkte mögen sich teilweise be­einflussen, aber die Macht, etwas zu ändern, liegt eigentlich in den Händen von Menschen, die sich hauptberuflich mit dieser komplizierten Materie beschäftigen. Haben wir unsere Poli­tiker dafür gewählt, dass sie uns in schwierigen Zeiten vorhalten, wir seien doch irgendwie selbst schuld an den Missständen in der Gesellschaft? Als ob es nicht schon schwer genug ist, genau die Produkte zu finden, die für einen selbst die richtigen sind ...

 

Als Verbraucher bin ich zunächst mal nur einem gegenüber verantwort­lich: mir selbst. Ich muss die Nahrungsmittel finden, die mir bekommen, und jene meiden, die mir schaden. Ich muss genau das Kraftfahrzeug entdecken, das meiner Mobilität entspricht und mich emotional anspricht. Ich muss den Kinofilm auswählen, der mich unterhält und meinen Horizont erweitert. Mächtige Kräfte wie die Industrie, die Werbung und der innere Schweinehund wollen mich vom »richtigen«, dem selbstbewussten Pfad abbringen. Nun auch noch die Politik ...

 

Natürlich steht es jedem frei, mit seiner Kaufentscheidung zugleich auch ein Votum abzugeben. Ja, das ist sogar erwünscht. Aber nicht jeder kann sich dies leisten, denn derartige politi­sche Kaufentscheidungen kosten Zeit und Geld. Deshalb muss die Ver­braucher­po­litik für einen Mindestschutz sorgen. Wir wollen und können uns für eine Konsumentscheidung nicht unendlich Zeit nehmen. Selbst Bildung und Information sorgen lediglich bedingt da­für, dass wir uns Konsumkompetenz aneignen.

 

Nur eine kleine, aber wachsende Gruppe von Konsumenten verdient das gern zitierte Etikett »mündiger Verbraucher«. Das Recht auf individuelle Konsumfreiheit findet bei ihnen seine Grenze im bewussten Kon­sumhandeln. Sie übernehmen beim Shopping die Verantwortung für sich selbst, für die Umwelt und für andere. Gerade diese Kunden wünschen sich mehr und vor allem genauere Informatio­nen für ihre Kaufentscheidun­gen. Sie verbinden ih­ren persönlichen Nutzen mit der Frage, auf welche Weise Ressourcen geschont oder faire soziale und wirtschaftliche Bedingun­gen geschaffen werden können.

 

Wenn ausreichend Menschen nach­haltige Produkte kaufen, so die Idee des mündigen Verbrauchers, dann stel­len die Unternehmen nur noch gute Produkte her. Bei den Eiern hat Demokratie von unten durchaus Wirkung ge­zeigt. Abgeschreckt von den Bildern verletzter Hühner in engen Käfigen, verlangten die Kunden nach tiergerecht produzierten Eiern. Die aus Käfig­haltung findet man heutzutage kaum noch in den Regalen. Im Februar 2013 stellt sich dann heraus, dass teuer bezahlte Bio-Eier gar nicht Bio sind.
An diesem Fall wird nicht nur deutlich, wie schlecht die Einhaltung von Gesetzen kontrolliert wird. Sondern auch, dass die Struktur eines faulen Marktes nicht per Kaufentscheid geändert werden kann. Dies funktioniert nur über die richtige Politik – in diesem Fall eine, die eine industrielle Produktion zugunsten einer ökologischen herunterfährt. Und Apple spart auch nur deswegen Steuern, weil es die Gesetze erlauben.

 

Also: Wir kümmern uns gerne um gesunde Nahrung und funktionierende Technik, aber ihr sorgt dafür, dass Gesetze eingehalten werden.


Verwandte Artikel

Line
Line
Kommentare
Kommentare: 1


Line
Cannes Lions 2014

Blick ins Studio

Awards: Gewinner

Werkschauen 2014

Services