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Na, ja ... Kreation kann man zu diesem Klumpfuss-Design wohl nicht sagen. Und für knapp 60 Dollar so hässlich ...
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Klingt sehr spannend! Danke für den tollen Tipp!
06.02.2012   Kluge

Scheußlich, der Uhrenfreund wendet sich mit Schaudern ab...
03.02.2012   Anna Weilberg

Im zugehörigen Heft-Artikel wird deutlicher, warum sich unsere Autorin gerade diese Tattoos ausgesucht hat.
02.02.2012   mark

Out the money from art!
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Aus die Maus

Aus die Maus

08.09.2010 Autor: admin

 

Ab sofort immer zum Erscheinen der aktuellen Printausgabe der PAGE: »Die Fundstücke« von Jürgen Siebert. Freuen Sie sich über kühne Kommentare zu Trends, Entwicklungen, Ereignissen und dem ganz normalen Alltagswahnsinn eines Kreativen ... Heute: die Tücken des Trackpad.

 

Die Computermaus stirbt aus, so viel steht fest. Seit über 25 Jahren hänge ich an ihr – genauer: hing ich an ihr. Nun habe ich sie eingemottet. Obwohl das jüngste Exemplar so hoch entwickelt war wie keines dieser Spezies zuvor. Schuld ist das Magic Trackpad von Apple. Dabei habe ich gar keines, ja, ich habe die neueste Produktidee aus Cupertino noch nicht mal in natura gesehen. Doch sie ist – technisch weitgehend identisch – seit Längerem in meinen PowerBooks eingebaut. Und trotzdem schloss ich über Jahre täglich Mäuse an, um am Tisch die ach so vertrauten Ruderbewegun­gen auszuführen, die bald Geschichte sein werden.

 

Die Maus hat zwei natürliche Fein­de: die dramatisch wachsende Touch­-Bedienung (iPhone, iPad, Navis ...) und das gar nicht mehr so junge Trackpad, das mit den Notebooks eingeführt wurde. Es sitzt unterhalb der Tastatur und ermittelt anhand elektrischer Kapazität die Position des Fingers auf seiner Oberfläche, um damit den Cursor auf dem Bildschirm zu steuern. Obwohl ich schon ewig mit tragbaren Rechnern arbeite, habe ich das Trackpad stets als minderwertigen Mausersatz empfunden, nicht geeignet für präzises Arbeiten. Dabei hätte ich es besser wissen müssen.

 

Schon vor Jahren erzählte mir der japanische Schriftentwerfer Akira Ko­ba­yashi bei einer Konferenz, dass er seine Fonts am Laptop im Stehen produziere – und das ausschließlich mit dem Trackpad, also ohne Maus, ohne Grafiktablett. Kürzlich lernte ich von seinem Kollegen Georg Seifert, der un­ter anderem den Fonteditor Glyphs entwickelt hat, dass er mit dem Touchpad bedeutend präziser arbeiten könne als mit der Maus, etwa indem er durch das Wippen eines Fingers Werkzeuge pixelgenau auf dem Bildschirm ansetzt. »Muss ich mal ausprobieren«, dachte ich mir, habe es aber nie getan.

 

An diese Aussagen erinnerte ich mich, als Apple jüngst das als vollwerti­ger Mausersatz gedachte Magic Track­­pad vorstellte. Eines schönen Nachmittags entschloss ich mich dann, die Maus abzunabeln und auf das eingebaute Trackpad umzuschulen, das von der Bedienung her völlig identisch mit dem externen Modell ist. Damit habe ich mir nicht bloß die Anschaffung ei­nes weiteren Computerutensils erspart, sondern auch gleich mehrere Exemplare antiquierter Mäuse beerdigt.

 

Wenn ich meine Mausaktionen heu­te analysiere und mit dem Pad vergleiche, dann komme ich auf vier essenzielle Ges­ten: Klicken (inklusive Doppel­klicken), Scrollen (hoch/runter, links/rechts), Control-Klick (= Sekundärklick oder rechte Maustaste), Bewegen (= kli­cken und halten). Apples Trackpad liefert weitere Aktionen, die ich jedoch nur selten brauche: Skalieren (Fingerzwicken), Rotieren (zwei Finger aufsetzen und drehen), Blättern (drei Finger horizontal bewegen). Eine Migration von der Maus zum Trackpad kann nur funktionieren, wenn die ersten vier Gesten genauso gut oder sogar besser funktionieren. Ich gehe sie der Reihe nach durch und vergebe ma­ximal drei Plus- oder Minuspunkte:

 

Die Systemeinstellung »Trackpad« ist Spickzettel und Übungsplatz in einem: Gesten lassen sich individuell ein - und ausschalten, kleine Videos erläutern die Fingerbewegungen.

 

Klicken   : Das Trackpad ist selbst eine Taste, kann also gedrückt werden. Weil dies mit mehr Kraftaufwand verbunden ist als das Drücken einer (kleineren) Maustaste, hat Apple die Trackpad-Option »Klick durch Tippen« erfunden. Unbedingt einschalten! Es funktioniert nicht nur lautlos (+), sondern auch schneller (+) und mit weniger Kraftaufwand (+).

 

Scrollen  : Man praktiziert es mit zwei Fingern auf dem Trackpad. Die Un­terscheidung vertikal/horizontal, bei einer Scrollmaus nicht zu vermeiden, ist komplett aufgehoben (+): Man schwebt wie ein Adler über vergrößerte Bilder in Photoshop oder 400-Prozent-An­sich­ten in InDesign. Ein weiterer Vorteil: Klicken und Scrollen findet am selben Ort statt (+). Der zuschaltbare Nach­lauf ist ein toller Effekt, ein Punkt in den Haltungsnoten (+), die heute mal nicht mitzählen.

 

Sekundärklick   : Ich arbeite oft mit Kontextmenüs, die erst aufpoppen, wenn man an den entsprechen­den Stellen klickt und dabei die Controltaste gedrückt hält. Ein typischer Einsatz: Bei Control-Klick auf ein Icon wird man gefragt, ob man das Dokument öffnen möchte, löschen, komprimieren, einfärben (Etikett) und dergleichen mehr. Wer eine rechte Maustaste hat, kann sich das Drücken der Controltaste ersparen. Am elegantesten geht es jedoch mit dem Trackpad: einfach ein Tipp mit zwei Fingern. Dafür gibt es drei Punkte.

 

Bewegen : Bei dieser wichtigen Ges­te scheiden sich die Geister. Jörg Wirtgen empfiehlt in »c’t« (Nr. 18/10) das Bewegen mit drei Fingern, eine Geste, die Apple standardmäßig für das Blättern vorsieht. Tatsächlich funktioniert mit drei Fingern das Greifen und Bewegen von Icons oder Fenstern wunderbar. Doch bei der Textverarbeitung bringt sie mich zur Verzweiflung. »Bewegen« heißt übersetzt in die Maussprache: Taste gedrückt halten und zie­hen. Beim Schreiben brauche ich das ständig, etwa um Textpassagen auszuwählen. Mit drei Fingern ist das eine ziemliche Fummelei. Leider funktioniert auch die Ein-Finger-Alternative nicht verlässlich, weil sie unberechenbar ist: Tipp plus Tipp und Halten klebt manchmal wie Kaugummi an der Fingerspitze, und man aktiviert alles Mögliche, nur nicht die Textpassage, die man löschen will.

 

Da die Pluspunkte in meiner Kurz­analyse aber überwiegen, genoss ich schon nach kurzer Zeit den Maus­ver­lust. Nur das Bewegen muss ich noch trainieren. Neben der präziseren, leich­teren und lautlosen Bedienung mei­nes Rechners spüre ich eine Entlastung in der rechten Hand, erfreue mich an der gewonnenen Schreibtischfläche (zu Hause und im Büro) und muss bei Reisen keine Maus mehr mitnehmen.

 

erschienen in PAGE 10.2010


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