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15.05.2012
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Senior Creative People: Die Mad Men wollen es noch mal wissen

Senior Creative People: Die Mad Men wollen es noch mal wissen

18.01.2012 Autor: Nina Kirst

 

 

Don Blauweiss, Chuck Schroeder, Edd Griles und Syd Myers sind allesamt Veteranen der großen Doyle-Dane-Bernbach-Ära der 60er. Jetzt haben sie eine neue Agentur gegründet. Wir fragten sie, warum.

 

Sie waren hautnah dabei: Bei der kreativen Revolution, die in den 60er-Jahren, ausgehend von Doyle Dane Bernbach (DDB), die Madison Avenue und bald darauf den weltweiten Werbemarkt ergriff. Sie arbeiteten mit an den ikonischen Volkswagen-Anzeigen (z.B. »Think Small«, »Lemon«), eckten mit dem Wahlkampf-Spot »Daisy« für Lyndon Johnson an – kurz: Sie schrieben Werbegeschichte.

 

Jetzt wollen sie es noch mal wissen. Die vier Kreativen (drei Art Direktoren und ein Texter) gründeten just die Agentur Senior Creative People in New York – in Bezug auf die Berufsbezeichung sowie ihr Alter, das zwischen Mitte 60 und Ende 70 liegt. Die Idee, die alte Gang wieder zusammen zu bringen, entstand bei einem »Klassentreffen« der DDB-Kreativen im Sommer 2011.

 

DDB-Gründer Bill Bernbach ist eine Legende nicht nur der amerikanischen Werbebranche. Er war der erste, der Art Direktoren und Copy Writer als Team zusammen setzte – und die Account Manager in ihre Schranken verwies. »Das war eine Revolution!«, sagt Don Blauweiss. In der Serie »Mad Men« wird DDB als Gegenspieler von Sterling Cooper dargestellt – Don Draper hasst die Volkswagen-Anzeigen, muss aber eingestehen, dass alle darüber reden. Der Ethos der alten Tage – und auch der Stolz über die Errungenschaften – ist den Senior Creative People noch heute immanent. Immer wieder kommen sie im Gespräch auf diese Zeiten zu sprechen – und darauf, dass Werbung damals noch einen anderen Ton hatte: »Freundlicher, netter, weniger aufdringlich und aggressiv«, sagt Schroeder. Das ist auch eine Generationen-Frage.

 

Senior Creative People ist nicht nur der Name der Agentur, sondern auch Programm: Blauweiss, Schroeder, Griles und Myers haben die so genannten Best Ager im Visier, die ihrer Meinung nach – zumindest in den USA – kläglich vernachlässigt werden. »Die Philosophie des amerikanischen Agenturgeschäfts lautet: Niemand über 39 ist es wert, mit ihm zu sprechen«, erklärt Don Blauweiss, »Die Kreativen waren jahrelang auf die junge Zielgruppe fokussiert – wie können sie jetzt die Kurve kriegen und Ältere ansprechen?»

 

Hier kommen die Senior Creative People ins Spiel. Als Werber in einer Zeit großer Umwälzungen aufgewachsen, wollen sie eine neue Revolution anzetteln und das Ansehen der älteren Generation in den USA verbessern. Darin geht es ihnen nicht nur um Marketing und Werbung, sie sind auch auf einer gesellschaftlichen Mission: »Die 60er waren Zeiten des sozialen Umbruchs. Das steckt immer noch in uns«, sagt Chuck Schroeder.

 

Die Seniors treten als Beratungsagentur auf. Sie wollen mit den Kunden direkt sprechen – abseits deren regulären Agentur-Rasters. Wen genau sie im Sinn haben, verraten sie daher nicht. »Unser Ansatz ist sehr diskret«, sagt Blauweiss. Jedoch sei es für alle großen Markenunternehmen – sei es Coca-Cola, Procter & Gamble, General Foods etc. – ratsam, sich mit der älteren Generation zu beschäftigen.

 

Bei allem Veränderungs-Eifer merkt man den Gründern auch an, wie sehr sie diese Zeit genießen – in den USA werden sie derzeit von den Medien überrannt. Die Zeiten, in denen sie ihre Karriere begannen, waren wohl mit die spannendsten, die die Werbebranche je erlebt hat. Wie schön wäre es, wenn sie einen Hauch davon ins heutige Geschäft zurück bringen könnten.

 

Einen Eindruck aus den Anfangszeiten von Blauweiss, Schroeder, Griles und Myers gibt unsere Bildergalerie mit Original-Aufnahmen aus den 60ern mit Anmerkungen von Don Blauweiss.

 


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