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21.11.2014
7. Hiscox Kunstpreis verliehen
Der Hiscox Kunstpreis 2014 in Höhe von 7.500 Euro wurde an die HFBK-Studentin Stella Rossié verliehen:
21.11.2014
Close Up! Junge Fotojournalisten für die 65. Berlinale gesucht
Vom 5. bis 15. Februar 2015 erhalten 13 junge Fotografen die Möglichkeit, sich während der Berlinale als Fotojournalisten auszuprobieren:
20.11.2014
muehlhausmoers gewinnt Gold bei den Pearl Awards 2014
Bei den diesjährigen Pearl Awards wurde das SPK-Magazin der Stiftung Preußischer Kulturbesitz (SPK) mit Gold ausgezeichnet.
20.11.2014
ADC Wettbewerb 2015 startet
Der Startschuss zum 51. Art Directors Club Wettbewerb ist gefallen!
19.11.2014
25 Frauen für die digitale Zukunft
Über 500 Nominierungen, die Top 50 zur Wahl und jetzt das Ergebnis: Die 25 Frauen für die digitale Zukunft.
19.11.2014
Carry On Cocktail Kit
Endlich wieder mondän fliegen und den eigenen Cocktail im Flugzeug mixen – und es sieht auch noch hübsch aus:
18.11.2014
Save the date: Symposium »Der Illustrations-Impuls #1«
Am Dienstag, 25.11.2014, findet an der Kunstakademie Stuttgart der 1. Teil des interdisziplinären Symposiums statt:
17.11.2014
Universale Handschrift der Welt kostenlos zum Download verfügbar
Über 1.72 Millionen Buchstaben von Menschen aus mehr als 150 Ländern fügen sich erstmals zu einer universalen Handschrift zusammen:
17.11.2014
Wettbewerb »100 beste Plakate des Jahres« startet Mitte Dezember
Vom 15.12.2014 bis zum 25.1.2015 können die Plakate hochgeladen werden. Weitere Infos und Wettbewerbe:
17.11.2014
»Dyslexie Font« hilft Legasthenikern
Der Font von Christian Boer soll Menschen helfen, die unter Dyslexie leiden. Es gibt ihn in vier Schnitten. Via DesignerInAction:
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22.11.14 / Berlin

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Sunbeam Communications

20.11.14 / Bremerhaven

Professur für Kommunikationsdesign mit dem Schwerpunkt (Digital) Editorial Design und Corporate Design

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18.11.14 / Stuttgart

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GBKSOFT zu
WEAVE goes PAGE

So it's basically for everyone?
17.11.2014
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Sabine zu
Plakatinvasion von Rocket & Wink

Die Kampagne für Fritzkola ist wirklich megamäßig. Auf solche Ideen muss man erst mal kommen. Das toppt wirklich ...
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Alles meins! Zur Herausgabe von Dateien an Kunden

Kann den Kommentar/Meinung nur bestätigen. Ich treffe immer wieder Kollegen, die die ihre Rechte nicht kennen und ...
12.11.2014
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Alles meins! Zur Herausgabe von Dateien an Kunden

Tja. Theorie und Praxis. Ich habe wegen diesen leidigen Themas gerade auf einen Kunden und die Fortsetzung eines ...
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Gewinnspiel: tapir & klotz Kalender 2015

5 aus 259: Die Gewinner des tapir&klotz-Kalenders stehen fest. Glückwunsch an Giovannicat (243), Patrick (94), Nora ...
11.11.2014
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Social TV

Social TV

01.08.2012 Autor: Jürgen Siebert

 

Immer zum Erscheinen der aktuellen Printausgabe der PAGE: »Die Fundstücke« von Jürgen Siebert. Freuen Sie sich über kühne Kommentare zu Trends, Entwicklungen, Ereignissen und dem ganz normalen Alltagswahnsinn eines Kreativen ... Heute: »Public Viewing im Wohnzimmer«


Ich glaube nicht an den seit Jahren angekündigten Einzug des Internets ins Fernsehgerät. Bis ich an meinem Smart TV eine Website aufgerufen habe, vergehen Minuten. Das liegt sowohl an der umständlichen (Fern-)Bedienung wie auch an der bescheide­nen Rechen-Power. Am Fernseher sur­­­fen ist wie Netscape Navigator Ende der 1990er Jahre. Twitter geht gar nicht, auch Facebook macht keine Freude, wenn man es mit dem leichten Zugang auf einem Tablet vergleicht. Das größte Manko: Während der Online-Session verpasse ich das Geschehen auf dem gewählten TV-Kanal.

 

Im Moment geht der Trend zum Zweitbildschirm, Fachleute sprechen von der Second-Screen-Nutzung. Repräsentative Untersuchungen bestätigen das Phänomen. Die Darmstädter Unternehmensberatung Anywab hat im Mai ungefähr 2000 Internetnutzer zu ihrem Second-Screen-Verhalten be­fragt. Die Hälfte von ihnen nutzt bereits den Zweitbildschirm beim Fernsehen, insbesondere die 14- bis 24-Jäh­ri­gen. Zwei Drittel der Befragten suchen dabei zusätzliche Informationen zur Sendung. 45 Prozent machen das mehrmals im Monat, 27 Prozent mehrmals in der Woche, 6 Prozent sogar täglich. Ganze 57 Prozent bestätigten, dass sie beim Fernsehen soziale Netzwerke besuchen: 36 Prozent posten, was sie gerade sehen, und ein weite­res Drittel sieht nach, was sich die Freunde ansehen.

 

Für Anywab-Geschäftsführer Boris von Heesen kommt das Second-Screen-Phänomen einer schleichenden Revolution gleich, die mittelfristig das Fernsehverhalten und auch das Angebot der Sender in erheblicher Weise verändern wird. Das glaube ich auch, allerdings wehre ich mich dagegen, Ursache und Wirkung zu vertauschen. Meine Dauerthese: Neue Techniken bedienen uralte menschliche Gewohnheiten und Bedürfnisse schlicht besser als die jahrelang eingesetzten Werkzeuge. Mein Schlüsselerlebnis war die Einführung des digitalen Schreibens Anfang der 1980er Jahre. Stift oder Schreibmaschi­ne haben das Verfassen von Gedanken nie so adäquat unterstützt wie das Texten am Bildschirm.

 

Fernsehen pur hat mich auch nie ausgelastet. Neben Essen und Trinken habe ich vor dem Fernseher schon immer sehr gerne Zeitung gelesen, ir­gend­­­etwas repariert oder Telefon­ge­sprä­­che mit Freunden geführt. Ich ken­ne Menschen, ja ganze Nationen, da läuft der Fernseher ununterbrochen, so wie ein Radio: Keiner guckt hin. In­tendan­ten, Werbetreibende oder Quo­tenwächter wollen von dieser Gleichgültigkeit nichts wissen, und so wird gar nicht erst versucht, diese statis­tisch zu erheben. Zu groß wäre die Ernüchterung der Bündnispartner einer Wertschöpfungsspirale, aus der Millio­nen­um­sätze generiert werden.

 

Die Gerätehersteller haben ehrli­che­re Zahlen. Laut einer Untersuchung des Zentralverbands Elektrotechnik- und Elektronikindustrie und der Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kom­munikationselektronik anlässlich der bevorstehenden IFA hat das TV-Gerät seine Exklusivität bei der Wiedergabe von Bewegtbildern endgültig verloren. Immer mehr Menschen setzen mobile Geräte oder ihren Computer ein, um Nach­richten, verpasste Se­rienfolgen oder YouTube-Filmchen zu kon­sumie­ren. Das Problem der TV-Hard­ware-Hersteller: Der Absatz läuft zwar gut, aber die Gewinnmargen sind so gering, dass es schwer wird, davon neue Innovationen zu finanzieren, zum Beispiel eine standardisierte Sprach­steu­erung. Es zeichnet sich ab, dass die Computerindustrie das verlorene Terrain in den kommenden Jahren komplett besetzen wird.

 

Die Fußball-EM 2012 bescherte dem Doppelschirm-Fernsehen einen enor­men Schub. Der Kurznachrichtendienst Twitter zählte während des EM-Finales 16,5 Millionen Tweets. Im Durchschnitt wurden pro Sekunde mehr als 15 000 Nachrichten versendet, steht im Firmenblog. In manchen Ländern versuchte man den Traffic mit Sport-Promis zu befeuern. In Deutschland setzten beispielsweise Franz Beckenbauer und Oliver Kahn ihre ersten Tweets an die Fans ab; das ZDF beleuchtete die Premiere dauerhaft mit Expertenkommentaren.

 

Soziologen nennen das Phänomen Social TV, eine Art Public Viewing im Wohnzimmer: Obwohl man alleine ist, schaut man virtuell mit anderen Fernsehen. Neben Fußball laden insbesondere Casting- und Talkshows zum direkten Kommentieren ein. Auf diese Weise wird jeder Zuschauer zum Fernsehkritiker, der schneller veröffentlicht als jede Tageszeitung ... sogar Spiegel Online hinkt hinterher.

 

Kein Wunder, dass es für die neue Freizeitbeschäftigung bereits die ers­ten Apps gibt. Beispielsweise Couchfunk für das iPad, entwickelt von ei­nem Start-up aus Radebeul. Die beiden Gründer Uz Kretzschmar und Frank Barth bezeichnen ihre kostenlose Anwendung als persönlichen Social-TV-Service, mit dem sich Zuschauer vom Fernsehen auf völlig neue Art begeis­tern lassen sollen. Wer die App startet, bekommt eine Übersicht häufig diskutierter Programme präsentiert. Zu jedem gibt es eine Profilseite mit einer knappen Beschreibung sowie einen chronologischen Stream von Zuschauerkommentaren – sowohl solche, die auf Grundlage redaktionell gepflegter Hashtags aus Tweets importiert werden, als auch direkt über die Couchfunk-App veröffentlichte.

 

Was derzeit noch in solchen Apps fehlt, ist das Live-TV-Bild. Dann käme endlich zusammen, was zusammengehört: nicht das Netz in den Fernseher, sondern das Fernsehen ins Netz. Der Tag wird kommen.

 


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