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24.05.2013
Signierte Wegman-Fotos
Auf der Acne-Webseite sind 100 von dem Fotografen Wegman signierte Drucke seiner »Hat Dogs« erhältlich
24.05.2013
BCP 2013 - Save the Date
Der »Best of Corporate Publishing Award« wird am 19. Juni 2013 in Hamburg verliehen:
24.05.2013
Lange Nacht der Bremer Museen
Morgen hat man von 18 bis 24 Uhr in Bremen die Gelegenheit, sich nachts im Museum aufzuhalten:
23.05.2013
»Bester Internet Film 2013« jetzt voten !
Online Voting für den besten Internet Film im Rahmen der webinale. Jetzt hier voten:
23.05.2013
Melicena jetzt erhältlich
Das von Leo Burnett gestaltete Bio-Eis ist jetzt in Supermärkten erhältlich
23.05.2013
»Mut zur Wut« Einreichungsfrist
Der international Plakatwettbewerb bietet Künstlern noch 9 Tage die Möglichkeit ihre Arbeiten einzureichen !
23.05.2013
»vivid« Festival in Sydney mit deutschen Künstlern
Morgen startet das Licht-Design-Festival in Sydney unter anderem mit den deutschen Künstlern Mirjam Roos, Annika Weis und Franziska Henschke
23.05.2013
Heute Abend: Richard Niessen bei Stilvorlagen
Der niederländische Grafiker und Plakatkünstler Richard Niessen von »Niessen & De Vries« ist heute zu Gast in Hamburg!
22.05.2013
Art Books Wanted: Einreichfrist verlängert
Bis zum 28. Mai hat man noch Zeit, eine Arbeit einzureichen:
22.05.2013
Olympus OM-D Playground verlängert bis 2. Juni 2013
Weil das Interesse nicht abreißt, wird die Ausstellung nun bis Sonntag, den 2. Juni 2013, verlängert:
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Gewinnspiel: Sommerlaune

Lange Spaziergänge in der Natur ohne zu frieren :) Gr.: 40
24.05.2013
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einfach Sonne und Strand... Gr.: 39
24.05.2013
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Neue Webseite für Nerdindustries

Innovativ—schön und gut. Diese Seite durchzuklicken und gar DURCHZULESEN ist allerdings äußerst mühsam... Großes ...
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Visueller Aderlass

Visueller Aderlass

06.02.2013 Autor: Jürgen Siebert

 

Immer zum Erscheinen der aktuellen Printausgabe der PAGE: »Die Fundstücke« von Jürgen Siebert. Freuen Sie sich über kühne Kommentare zu Trends, Entwicklungen, Ereignissen und dem ganz normalen Alltagswahnsinn eines Kreativen ... Heute: Eine Musikdatei ist so nichtssagend und unsexy wie eine Bierflasche ohne Etikett.

 

Jüngst verlief ich mich in die Vinyl-Kammer des Berliner Medien-Shopping-Tempels Dussmann. Und da stand ich – zu meiner Überraschung – wieder vor jenen 30-mal-30-Zentimeter-Alben, die ich vor 45 Jahren immer nach der Schule durchblätterte, aber mir nicht leisten konnte: »Blond On Blonde« (Bob Dylan), »Sgt. Pepper’s« (Beatles), The Velvet Underground & Nico, Fleetwood Mac. Auch ganz neue Alben entdeckte ich, zum ersten Mal in dieser Größe, von Till Brönner über Alicia Keys bis zu Adele. Gedankenversunken klappte ich einige Gatefold-Cover auf, vertiefte mich in Songtexte und biografische Notizen, erkundete die Innenhüllen.
In diesem Moment wurde mir der visuelle Aderlass bewusst, den die Musik-CD mit ihrer Flächenreduzierung auf 12 mal 12 Zentimeter verursacht hat, ganz zu schweigen von den gesichtslosen MP3-Stores, aus denen wir heutzutage unsere Musik herunterladen. Jahrelang ließen wir unsere Sehnsucht mit Notlösungen abspeisen. In den 1980er Jahren lieferten Musikvideos die Bilder, die auf CD-Jewelcases keinen Platz mehr hatten. Später gaben CD-Booklets ihr Bestes, um die LP-Hülle vergessen zu machen. Heute, im MP3-Zeitalter, werden wir mit einer 600 mal 600 Pixel großen Albumcover-Reproduktion abgefertigt.

 

Klar: Eine Musikdatei ist so nichtssagend und unsexy wie eine Bierflasche ohne Etikett. Nicht umsonst hat sich seit den 1950er Jahren das Plattencover zur Visitenkarte und zum Kleidungsstück für eine Tonaufnahme ent­wickelt. Im Laden präsentierte die Hül-­le essenzielle Produktinformatio­nen, zu Hause verstärkte sie die emotionale Bindung zur neu erworbenen Musik und ihren Interpreten. Wenn beides wegfällt und irgendwann das Gros der Musik digital vertrieben wird, bekommt das Musikmarketing ein Problem.

Musik ist heute ein Datenbankobjekt. Wenn ich einen neuen Song im Radio höre, der mir gefällt, dann:
• lasse ich ihn von Shazam identifizieren, um anschließend
• die Datei zu erwerben und in meine Musiksammlung zu laden.
• Ich versehe sie mit einem 1200-mal-1200-Pixel-Cover,
• suche im Netz den Text, kopiere ihn in die Datei und
• recherchiere ein paar Hintergrundinformationen zu Interpret und Song.

Genau diese Arbeit haben früher Plattenfirma und -hülle erledigt. Nur: Wer halst sich diese penible Metadatenpfle­ge überhaupt auf? Spinner wie ich, deren Popmusik-Sozialisation noch in die 1970er Jahre zurückreicht. Jugendliche von heute begnügen sich mit Strea­ming­angeboten wie Last.fm, Napster oder Simfy: das Internet als Radio. Doch lässt sich über diese Kanäle ein langlebiges Verhältnis zwischen Fans und Künstler aufbauen? Ich vermute eher nein, lasse mich aber gerne vom Gegenteil überraschen.

 

Übrigens droht der Buchbranche die gleiche Schererei. Schön gestaltete Schutzumschläge sind mittlerweile ein Auslaufmodell. In den USA werden schon mehr digitale als gedruckte Bücher verkauft. Als logische Konsequenz schließen die letzten betretbaren Buchläden gerade ihre Pforten, womit der Warenkontakt am Point of Sale Geschichte wird. Wofür braucht man dann noch eine aufwendige Titelgestaltung? Sicherlich nicht für briefmarkengroße Vorschaubilder auf Amazon. Selbst E-Book-Reader haben für die Kunst der Buchgestaltung nichts übrig: Titelbilder verpuffen beim Öffnen zu einer 2-Sekunden-Zoomanimation.

 

Designferne Menschen könnten nun entgegnen: Was soll der ganze Verpackungszauber? Schließlich geht es um Töne und geschriebene Worte. Lasst uns uns auf die Inhalte konzentrie-ren. Tatsächlich geht es mir nicht um schmückendes Beiwerk, sondern um Kommunikation, die nebenbei auch noch verkauft. Darüber hinaus ist unsere Medienwelt heute in Sachen Bilddarstellung derart hochgerüstet, mit HD-Fernsehern und Retina-Bildschirmen, dass ich mir eine visuelle Verarmung gar nicht vorstellen kann und möchte. Ich denke, jetzt sind die Desig­ner gefragt, um mit den Medienkonzernen neue Verpackungskonzepte für Musik und Bücher zu ersinnen. So gesehen glaube ich an die Wiedergeburt von Plattencover und Buchumschlag, weiß aber noch nicht, wie sie sich materialisieren werden.


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