News
25.07.2014
Flores Farm für German Design Award nominiert
Hier haben wir das Redesign des Bio-Anbieters exotischer Knabberleckereien vorgestellt. Jetzt gab's dafür eine Nominierung.
25.07.2014
Save the date: 25 Jahre Vitra Campus
Architektur, Design, Industrie: am 29. August 2014 eröffnet bei Aedes am Pfefferberg die Ausstellung zum Jubiläum des Campus:
24.07.2014
Social Media Conference 2014
Ab sofort ist das Programm online für die Konferenz, die vom 06.- 07. Oktober 2014 in Hamburg stattfindet:
24.07.2014
Plan.Net übernimmt hmmh
Mit der Übernahme ist die Serviceplan-Gruppe ab sofort die größte Digital-Agentur Deutschlands:
24.07.2014
Aufruf PASSAGEN 2015 Interior Design Week Köln
Die PASSAGEN finden vom 19. – 25.1.2015 zum 26. Mal parallel zur imm cologne statt. Aussteller können sich bis zum 03.11.2014 bewerben:
23.07.2014
MfG-Award: Einreichungsfrist verlängert!
Bis zum 15. August 2014 kann man Druckerzeugnisse beim Wettbewerb des Bundesverbandes Druck und Medien (bvdm) einreichen:
23.07.2014
Möbel aus Papier
»the thinKing« wollen den Werkstoff Wellpappe wieder als Material für den Möbelbau etablieren:
23.07.2014
Nachwuchspreis Neue Medien 2014
Bei dem Kreativ-Wettbewerb können Nachwuchskräfte aus unterschiedlichen Disziplinen ihre Arbeiten einreichen. Deadline: 1. Oktober 2014
23.07.2014
Jahresausstellung an der Muthesius Kunsthochschule
Heute eröffnet die Jahresausstellung »Einblick-Ausblick 2014« der Muthesius Kunsthochschule Kiel. Weitere Werkschauen im Juli:
22.07.2014
Master Stipendien Wettbewerb Berlin
Für das Wintersemester 2014/15 vergibt die design akademie berlin jeweils ein Leistungsstipendium pro Studiengang:
Kalender

25.07.14 / Köln

Art Director (w/m)

Trusted Shops GmbH

24.07.14 / München

Grafik Designer/in

semper smile Werbeagentur GmbH

24.07.14 / Neuss

Interface Designer/in

D'ART Design Gruppe GmbH

23.07.14 / Aretsried

Packaging Designer/in

Molkerei Alois Müller GmbH & Co. KG

23.07.14 / München

Professur (m/w) Medien- und Kommunikationsdesign, Lehrgebiet Mediendesign

Macromedia GmbH

 
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News
Conny zu
Free Fonts von Virus

sehr schöne Schrift, Top ;-)
18.07.2014
mehr
PAGE Redaktion zu
Free Font des Monats: Mr Bedfort

Lieber Dirk, Du hast vermutlich den falschen Downloadlink angeklickt – die Seite ist in der Tat etwas verwirrend. ...
17.07.2014
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Dirk zu
Free Font des Monats: Mr Bedfort

Also bei mir wird ein Diskimage geladen (dmg) und nach dem Entpacken lächelt mich eine nackte Frau von einer ...
16.07.2014
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Claudia Gerdes zu
Wie Sportfotografen bei der WM arbeiteten

Danke für den Hinweis!!! Der Link ist korrigiert.
14.07.2014
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Daniel Lauterbach zu
Wie Sportfotografen bei der WM arbeiteten

Der Link in der Bildunterschrift funktioniert leider nicht.
14.07.2014
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Visueller Aderlass

Visueller Aderlass

06.02.2013 Autor: Jürgen Siebert

 

Immer zum Erscheinen der aktuellen Printausgabe der PAGE: »Die Fundstücke« von Jürgen Siebert. Freuen Sie sich über kühne Kommentare zu Trends, Entwicklungen, Ereignissen und dem ganz normalen Alltagswahnsinn eines Kreativen ... Heute: Eine Musikdatei ist so nichtssagend und unsexy wie eine Bierflasche ohne Etikett.

 

Jüngst verlief ich mich in die Vinyl-Kammer des Berliner Medien-Shopping-Tempels Dussmann. Und da stand ich – zu meiner Überraschung – wieder vor jenen 30-mal-30-Zentimeter-Alben, die ich vor 45 Jahren immer nach der Schule durchblätterte, aber mir nicht leisten konnte: »Blond On Blonde« (Bob Dylan), »Sgt. Pepper’s« (Beatles), The Velvet Underground & Nico, Fleetwood Mac. Auch ganz neue Alben entdeckte ich, zum ersten Mal in dieser Größe, von Till Brönner über Alicia Keys bis zu Adele. Gedankenversunken klappte ich einige Gatefold-Cover auf, vertiefte mich in Songtexte und biografische Notizen, erkundete die Innenhüllen.
In diesem Moment wurde mir der visuelle Aderlass bewusst, den die Musik-CD mit ihrer Flächenreduzierung auf 12 mal 12 Zentimeter verursacht hat, ganz zu schweigen von den gesichtslosen MP3-Stores, aus denen wir heutzutage unsere Musik herunterladen. Jahrelang ließen wir unsere Sehnsucht mit Notlösungen abspeisen. In den 1980er Jahren lieferten Musikvideos die Bilder, die auf CD-Jewelcases keinen Platz mehr hatten. Später gaben CD-Booklets ihr Bestes, um die LP-Hülle vergessen zu machen. Heute, im MP3-Zeitalter, werden wir mit einer 600 mal 600 Pixel großen Albumcover-Reproduktion abgefertigt.

 

Klar: Eine Musikdatei ist so nichtssagend und unsexy wie eine Bierflasche ohne Etikett. Nicht umsonst hat sich seit den 1950er Jahren das Plattencover zur Visitenkarte und zum Kleidungsstück für eine Tonaufnahme ent­wickelt. Im Laden präsentierte die Hül-­le essenzielle Produktinformatio­nen, zu Hause verstärkte sie die emotionale Bindung zur neu erworbenen Musik und ihren Interpreten. Wenn beides wegfällt und irgendwann das Gros der Musik digital vertrieben wird, bekommt das Musikmarketing ein Problem.

Musik ist heute ein Datenbankobjekt. Wenn ich einen neuen Song im Radio höre, der mir gefällt, dann:
• lasse ich ihn von Shazam identifizieren, um anschließend
• die Datei zu erwerben und in meine Musiksammlung zu laden.
• Ich versehe sie mit einem 1200-mal-1200-Pixel-Cover,
• suche im Netz den Text, kopiere ihn in die Datei und
• recherchiere ein paar Hintergrundinformationen zu Interpret und Song.

Genau diese Arbeit haben früher Plattenfirma und -hülle erledigt. Nur: Wer halst sich diese penible Metadatenpfle­ge überhaupt auf? Spinner wie ich, deren Popmusik-Sozialisation noch in die 1970er Jahre zurückreicht. Jugendliche von heute begnügen sich mit Strea­ming­angeboten wie Last.fm, Napster oder Simfy: das Internet als Radio. Doch lässt sich über diese Kanäle ein langlebiges Verhältnis zwischen Fans und Künstler aufbauen? Ich vermute eher nein, lasse mich aber gerne vom Gegenteil überraschen.

 

Übrigens droht der Buchbranche die gleiche Schererei. Schön gestaltete Schutzumschläge sind mittlerweile ein Auslaufmodell. In den USA werden schon mehr digitale als gedruckte Bücher verkauft. Als logische Konsequenz schließen die letzten betretbaren Buchläden gerade ihre Pforten, womit der Warenkontakt am Point of Sale Geschichte wird. Wofür braucht man dann noch eine aufwendige Titelgestaltung? Sicherlich nicht für briefmarkengroße Vorschaubilder auf Amazon. Selbst E-Book-Reader haben für die Kunst der Buchgestaltung nichts übrig: Titelbilder verpuffen beim Öffnen zu einer 2-Sekunden-Zoomanimation.

 

Designferne Menschen könnten nun entgegnen: Was soll der ganze Verpackungszauber? Schließlich geht es um Töne und geschriebene Worte. Lasst uns uns auf die Inhalte konzentrie-ren. Tatsächlich geht es mir nicht um schmückendes Beiwerk, sondern um Kommunikation, die nebenbei auch noch verkauft. Darüber hinaus ist unsere Medienwelt heute in Sachen Bilddarstellung derart hochgerüstet, mit HD-Fernsehern und Retina-Bildschirmen, dass ich mir eine visuelle Verarmung gar nicht vorstellen kann und möchte. Ich denke, jetzt sind die Desig­ner gefragt, um mit den Medienkonzernen neue Verpackungskonzepte für Musik und Bücher zu ersinnen. So gesehen glaube ich an die Wiedergeburt von Plattencover und Buchumschlag, weiß aber noch nicht, wie sie sich materialisieren werden.


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