News
25.11.2014
Original Illustrationen von Felix Scheinberger
Ab sofort gibt es die Möglichkeit, Originalzeichnungen aus den Büchern des Illustrators online zu erwerben:
25.11.2014
Don’t Wake Daddy IX ab Samstag
Was soll man noch schreiben: Bereits zum 9ten Mal gibt es bei Feinkunst Krüger Europas schönste und größte Lowbrow Ausstellung
25.11.2014
Save the date: Markt der unabhängigen Verlage
»Andere Bücher braucht das Land 2014«: Am 6. und 7. Dezember findet in München der Markt + Ausstellung statt:
24.11.2014
Neptun Award 2014
Die Bewerbungsphase ist nun vorbei; der Gewinner wird beim großen Finale am 27. November bekanntgegeben.
21.11.2014
7. Hiscox Kunstpreis verliehen
Der Hiscox Kunstpreis 2014 in Höhe von 7.500 Euro wurde an die HFBK-Studentin Stella Rossié verliehen:
21.11.2014
Close Up! Junge Fotojournalisten für die 65. Berlinale gesucht
Vom 5. bis 15. Februar 2015 erhalten 13 junge Fotografen die Möglichkeit, sich während der Berlinale als Fotojournalisten auszuprobieren:
20.11.2014
muehlhausmoers gewinnt Gold bei den Pearl Awards 2014
Bei den diesjährigen Pearl Awards wurde das SPK-Magazin der Stiftung Preußischer Kulturbesitz (SPK) mit Gold ausgezeichnet.
20.11.2014
ADC Wettbewerb 2015 startet
Der Startschuss zum 51. Art Directors Club Wettbewerb ist gefallen!
19.11.2014
25 Frauen für die digitale Zukunft
Über 500 Nominierungen, die Top 50 zur Wahl und jetzt das Ergebnis: Die 25 Frauen für die digitale Zukunft.
19.11.2014
Carry On Cocktail Kit
Endlich wieder mondän fliegen und den eigenen Cocktail im Flugzeug mixen – und es sieht auch noch hübsch aus:
Kalender

26.11.14 / Stuttgart

Assistenz der Geschäftsführung (m/w)

Strichpunkt GmbH

26.11.14 / Stuttgart, Berlin

Account Manager (m/w)

Strichpunkt GmbH

25.11.14 / Köln

Reinzeichner/ Mediengestalter (m/w)

Meiré GmbH und Co KG

25.11.14 / Stuttgart

Kommunikationsdesigner (m/w)

Milla & Partner GmbH

24.11.14 / Berlin, Köln, Aachen, München

Art Director/-innen

WINdesign GmbH

 
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News
Carina zu
ADC Festival 2015 in St. Pauli: Creating the Digital Hype

Es wird ein Fest. Eine Ideenexplosion. Ich freu mich drauf.
25.11.2014
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Christopher zu
Plakatinvasion von Rocket & Wink

Kann mich da Sabine nur komplett anschliessen!
24.11.2014
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ursula strnad zu
Unsichtbares sichtbar machen: Geschäftsbericht von Strichpunkt

ein wunderschönes werk - die größere leistung ist aber, einen kunden zu finden, der diese aufwendige produktion ...
23.11.2014
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GBKSOFT zu
WEAVE goes PAGE

So it's basically for everyone?
17.11.2014
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Sabine zu
Plakatinvasion von Rocket & Wink

Die Kampagne für Fritzkola ist wirklich megamäßig. Auf solche Ideen muss man erst mal kommen. Das toppt wirklich ...
16.11.2014
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Visueller Aderlass

Visueller Aderlass

06.02.2013 Autor: Jürgen Siebert

 

Immer zum Erscheinen der aktuellen Printausgabe der PAGE: »Die Fundstücke« von Jürgen Siebert. Freuen Sie sich über kühne Kommentare zu Trends, Entwicklungen, Ereignissen und dem ganz normalen Alltagswahnsinn eines Kreativen ... Heute: Eine Musikdatei ist so nichtssagend und unsexy wie eine Bierflasche ohne Etikett.

 

Jüngst verlief ich mich in die Vinyl-Kammer des Berliner Medien-Shopping-Tempels Dussmann. Und da stand ich – zu meiner Überraschung – wieder vor jenen 30-mal-30-Zentimeter-Alben, die ich vor 45 Jahren immer nach der Schule durchblätterte, aber mir nicht leisten konnte: »Blond On Blonde« (Bob Dylan), »Sgt. Pepper’s« (Beatles), The Velvet Underground & Nico, Fleetwood Mac. Auch ganz neue Alben entdeckte ich, zum ersten Mal in dieser Größe, von Till Brönner über Alicia Keys bis zu Adele. Gedankenversunken klappte ich einige Gatefold-Cover auf, vertiefte mich in Songtexte und biografische Notizen, erkundete die Innenhüllen.
In diesem Moment wurde mir der visuelle Aderlass bewusst, den die Musik-CD mit ihrer Flächenreduzierung auf 12 mal 12 Zentimeter verursacht hat, ganz zu schweigen von den gesichtslosen MP3-Stores, aus denen wir heutzutage unsere Musik herunterladen. Jahrelang ließen wir unsere Sehnsucht mit Notlösungen abspeisen. In den 1980er Jahren lieferten Musikvideos die Bilder, die auf CD-Jewelcases keinen Platz mehr hatten. Später gaben CD-Booklets ihr Bestes, um die LP-Hülle vergessen zu machen. Heute, im MP3-Zeitalter, werden wir mit einer 600 mal 600 Pixel großen Albumcover-Reproduktion abgefertigt.

 

Klar: Eine Musikdatei ist so nichtssagend und unsexy wie eine Bierflasche ohne Etikett. Nicht umsonst hat sich seit den 1950er Jahren das Plattencover zur Visitenkarte und zum Kleidungsstück für eine Tonaufnahme ent­wickelt. Im Laden präsentierte die Hül-­le essenzielle Produktinformatio­nen, zu Hause verstärkte sie die emotionale Bindung zur neu erworbenen Musik und ihren Interpreten. Wenn beides wegfällt und irgendwann das Gros der Musik digital vertrieben wird, bekommt das Musikmarketing ein Problem.

Musik ist heute ein Datenbankobjekt. Wenn ich einen neuen Song im Radio höre, der mir gefällt, dann:
• lasse ich ihn von Shazam identifizieren, um anschließend
• die Datei zu erwerben und in meine Musiksammlung zu laden.
• Ich versehe sie mit einem 1200-mal-1200-Pixel-Cover,
• suche im Netz den Text, kopiere ihn in die Datei und
• recherchiere ein paar Hintergrundinformationen zu Interpret und Song.

Genau diese Arbeit haben früher Plattenfirma und -hülle erledigt. Nur: Wer halst sich diese penible Metadatenpfle­ge überhaupt auf? Spinner wie ich, deren Popmusik-Sozialisation noch in die 1970er Jahre zurückreicht. Jugendliche von heute begnügen sich mit Strea­ming­angeboten wie Last.fm, Napster oder Simfy: das Internet als Radio. Doch lässt sich über diese Kanäle ein langlebiges Verhältnis zwischen Fans und Künstler aufbauen? Ich vermute eher nein, lasse mich aber gerne vom Gegenteil überraschen.

 

Übrigens droht der Buchbranche die gleiche Schererei. Schön gestaltete Schutzumschläge sind mittlerweile ein Auslaufmodell. In den USA werden schon mehr digitale als gedruckte Bücher verkauft. Als logische Konsequenz schließen die letzten betretbaren Buchläden gerade ihre Pforten, womit der Warenkontakt am Point of Sale Geschichte wird. Wofür braucht man dann noch eine aufwendige Titelgestaltung? Sicherlich nicht für briefmarkengroße Vorschaubilder auf Amazon. Selbst E-Book-Reader haben für die Kunst der Buchgestaltung nichts übrig: Titelbilder verpuffen beim Öffnen zu einer 2-Sekunden-Zoomanimation.

 

Designferne Menschen könnten nun entgegnen: Was soll der ganze Verpackungszauber? Schließlich geht es um Töne und geschriebene Worte. Lasst uns uns auf die Inhalte konzentrie-ren. Tatsächlich geht es mir nicht um schmückendes Beiwerk, sondern um Kommunikation, die nebenbei auch noch verkauft. Darüber hinaus ist unsere Medienwelt heute in Sachen Bilddarstellung derart hochgerüstet, mit HD-Fernsehern und Retina-Bildschirmen, dass ich mir eine visuelle Verarmung gar nicht vorstellen kann und möchte. Ich denke, jetzt sind die Desig­ner gefragt, um mit den Medienkonzernen neue Verpackungskonzepte für Musik und Bücher zu ersinnen. So gesehen glaube ich an die Wiedergeburt von Plattencover und Buchumschlag, weiß aber noch nicht, wie sie sich materialisieren werden.


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