News
22.08.2014
Letzte Chance: PAGE verlost Siebdrucke von Zwölf
Originale Siebdrucke von Zwölf zu gewinnen – noch bis Montag mitmachen:
22.08.2014
Ars Electronica Festival 2014
Unter dem Motto »C … what it takes to change« wird vom 4. bis 8. September die diesjährige Ars Electronica stattfinden ...
22.08.2014
Das EyeEm Festival 2014
Fotografie und visuelle Kommunikation: Am 12. und 13. September 2014 findet in Berlin das »2014 EyeEm Festival & Awards« für statt:
21.08.2014
5 Jahre TEDxBerlin
Am 6. September 2014 findet die nächste TEDxBerlin statt – die Ideenkonferenz steht unter dem Motto »The Next Step« ...
21.08.2014
Neuer Standort von Razorfish: München
Erster Kunde der Digital-Agentur im Süden ist der Ingolstädter Automobilkonzern Audi.
20.08.2014
Designausstellung von MUTABOR
Das Designzentrum designxport in Hamburg zeigt die Icon-Kunst der Agentur.
20.08.2014
The Beauty and the Book Award
Auf der Frankfurter Buchmesse 2014 treffen sich die schönsten Bücher aus aller Welt – jetzt Vorschläge einreichen:
19.08.2014
Das Jahr der Werbung – Newcomer-Agentur 2014
Ab dem 1. September haben Agenturen und Unternehmen die Möglichkeit, ihr Können beim Econ Verlag unter Beweis zu stellen.
19.08.2014
Videonale Bonn: 30-jähriges Jubiläum
Eröffnung der Retrospektive 30 Jahre – 30 Stimmen zum Jubiläum der Videonale Bonn am 23. August 2014:
18.08.2014
The Photobook Museum
Eröffnung am 19. August in Köln-Mühlheim: Photoszene Köln und die Schaden.com Foundation im Carlswerk präsentieren internationale Expo ...
Kalender

23.08.14 / Stuttgart

Senior Web Developer (w/m)

Strichpunkt GmbH

23.08.14 / Stuttgart

Client Service Director (w/m)

Strichpunkt GmbH

22.08.14 / München

User Interfaces Designer (m/w)

BSH Bosch und Siemens Hausgeräte GmbH

22.08.14 / Dessau

Werkstattleiter (m/w) Medienzentrum/Video

Hochschule Anhalt (FH)

22.08.14 / München

Senior Designer (m/w)

Lambie-Nairn

 
Kalender
News
sara zu
Originale Siebdrucke von Zwölf zu gewinnen

Melts all your memories and change into gold
21.08.2014
mehr
Ben zu
Originale Siebdrucke von Zwölf zu gewinnen

Stell Dir vor es ist Montag und keiner geht hin.
21.08.2014
mehr
Sarah zu
Originale Siebdrucke von Zwölf zu gewinnen

But a sip of gin saves an hour of speech. (half moon run)
20.08.2014
mehr
Ein Dennis zu
Originale Siebdrucke von Zwölf zu gewinnen

I`m singing in the rain...
20.08.2014
mehr
Nick Nuss zu
Originale Siebdrucke von Zwölf zu gewinnen

The words of the prophets are written on the subway walls. (Simon and Garfunkel)
20.08.2014
mehr


Line

Vom Ende der Schreibschrift

Vom Ende der Schreibschrift

04.04.2012 Autor: PAGE Redaktion


Immer zum Erscheinen der aktuellen Printausgabe der PAGE: »Die Fundstücke« von Jürgen Siebert. Freuen Sie sich über kühne Kommentare zu Trends, Entwicklungen, Ereignissen und dem ganz normalen Alltagswahnsinn eines Kreativen ... Heute: Die Schreibschrift.

 

Es gab da eine paradiesische Ecke in meiner Kindheit: Wir hatten einen Zeitschriften- und Spielwarenladen. We­nig erbaulich war dagegen, dass meine Eltern ziemlich streng waren, nein: konsequent. Ich wurde weiß Gott nicht verwöhnt, was ich rückblickend als eine nachahmenswerte Erziehungs­maxime bewerte. Ich durfte zwar jede Woche alle Comics und sämtliche Illustrierten durchstöbern, aber Spielzeug gab es nur an Ostern, zum Geburtstag und an Weihnachten. Alleine ein Deal mit meiner Mutter hätte diese Regel durchbrechen können, dieser lautete: »Für jede 2 in Handschrift bekommst du einen Lego-Bausatz.« Ich war total scharf auf diese Dinger im Wert von 2 bis 3 Mark. Die »Schönschrift« wurde damals in Deutscharbeiten, Heimatkundetests und auch in Mathematik separat benotet. Was soll ich sagen ... In den 4 Jahren Grundschule bekam ich keinen einzigen Lego-Baukasten aufgrund einer Note 2 in Handschrift. Eine 3+ war das Höchste der Gefühle, selbst da blieb meine Mutter hart.

 

Aus diesem Erlebnis habe ich gelernt, dass eine ordentliche Hand­schrift einem entweder zufällt oder man sich diese mit intensiver Schulung aneignen muss. Für kalligrafische Mätzchen hatten die Lehrer schon damals keine Zeit. Heute fehlt sie noch mehr, denn der Lehrstoff hat sich innerhalb der letz­ten 45 Jahren mehr als verdoppelt. Das Einüben einer schönen Handschrift ist jetzt Privatsache, so wie beispielsweise regelmäßiger Sport oder das Erlernen eines Musikinstruments. Und des­halb wird in den kommenden Jahren die ver­bunde­ne Handschrift in der Schule abgeschafft.

 

Der Grundschulverband, eine einflussreiche Interessenvertretung aus Lehrern, Pädagogen, Wissenschaftlern und Menschen, denen das Wohl von Grundschülern am Herzen liegt, setzt sich seit zwei Jahren für die Ablösung der Ausgangsschriften ein, von denen es drei verschiedene in den deutschen Bundesländern gibt. An ihre Stelle soll die neue Grundschrift treten, die keine Normschrift ist. Ihre an die Druckschrift angelehnten Formen sollen Kin­dern dabei helfen, die Druckbuchstaben in der Schreibbewegung flüssig zu verbinden, erlauben also unterschiedliche Verbindungen, die zudem nicht durchgängig auf dem Papier sicht­bar werden müssen.
Die Argumente der Reformer: Die Unterrichtszeit, die man spart, wenn Schüler nicht mehr zwei Schreibschrif­ten einüben müssen, kann für die Vermittlung nützlichen Wissens und nützlicher Fähigkeiten verwendet werden. Es ist eine unbestreitbare Tatsache, dass die meisten Menschen heute zwar mehr schreiben als je zuvor, allerdings nicht mehr mit dem Stift, sondern mit der Tastatur ... Vor allem diese Technik müsste den Kindern in der Schule nähergebracht werden.

 

Wie nicht anders zu erwarten, betrachten eine Menge »Experten« die Abschaffung der Schreibschrift an der Schule als Weltuntergang. Sprachschüt­zer, die vor Jahren gegen die Rechtschreibreform polemisierten, wehren sich nun mittels Facebook und Unterschriftenaktionen gegen das »Ausster­ben einer Kulturtechnik«. Dabei stellt nie­mand infrage, dass das Schreiben mit der Hand eine bedeutende Kulturtechnik der Menschheit ist. Nur ist sie heute kaum noch gefragt und nützlich für die Menschen – »so wie die Kulturtechnik des Reitens«, schreibt Peter Praschl im »SZ«-Magazin vom 16. Februar (06/2012).

 

Es soll ja keinem verboten wer­den, sich diese Technik anzueignen. Nur gehört sie nicht mehr auf die Lehrpläne der Schulen, weil sie fast aus unserem Alltag verschwunden ist. Zwar gibt es dazu keine aktuellen wissenschaftlichen Untersuchungen, aber ein Blick aufs eigene Leben und das unse­rer Mitmenschen macht deutlich, dass wir kaum noch zum Stift greifen. »Oft genug gibt es Tage, an denen das Einzige, was man von Hand schreibt, die Unterschrift auf einem Kreditkartenbeleg ist«, so Peter Praschl.

 

Böswillige unterstellen den Schreib­fans, dass es ihnen beim Kampf für den Erhalt quälender Schönschreib­übun­gen gar nicht um das Schreiben gehe, sondern um die Übung an sich, den disziplinarischen Akt. So hat jede Medaille zwei Seiten, und jede Geschichte meh­rere Wahrheiten. Aus dieser Perspektive betrachtet, könnte ich die Anekdote aus meiner Kindheit auch entgegen­gesetzt interpretie­ren: Das Schönschreiben war eine Qual, genauso wie die Abmachung mit meinen Eltern. Ich habe mich konsequent der doppelten Disziplinierung widersetzt und mich nicht verbiegen lassen. Und schon wird aus der Geschichte einer Sauklaue eine Heldensage.

 

 

Weiterer Artikel zum Thema: »Schreibschrift ade«


Verwandte Artikel

Line
Line
Kommentare
Kommentare: 2


Line
Cannes Lions 2014

Blick ins Studio

Awards: Gewinner

Werkschauen 2014

Services