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Scholz & Friends bekommt den Digital-Etat von Müller
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Christoph Hildebrand und Sven Klohk übernehmen zum 1.6. die Kreativführung bei DDB Tribal in Hamburg. Stefan Sindram kommt als Planningchef
21.05.2012
Schmidhuber + Partner ist nun SCHMIDHUBER
Als Spezialisten für Corporate Architektur und Markenführung im Raum präsentiert sich das Büro mit einem neuen Auftritt und neuer CI.
21.05.2012
Ab sofort erhältlich: Shake Your Tree Edition Nr. 4
Das auf 250 Exemplare limitierte und handsignierte Siebdruckmagazin »Shake Your Tree« ist jetzt erhältlich.
21.05.2012
Tom Hauser wird Interactive Geschäftsführer bei JvM
Tom Hauser wird ab 01. Juli 2012 Interactive Geschäftsführer bei Jung von Matt in Hamburg. Er kommt von Crispin Porter + Bogusky.
21.05.2012
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Fotolia veranstaltet am 9. Juni im Berliner Hotel Bogota den Fotoworkshop »Hotel 2012«
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Gehälter in der Werbebranche

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Agenturporträt: Deutsche & Japaner

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Gehälter in der Werbebranche

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Warum E-Books nur ein Zwischending sind

Warum E-Books nur ein Zwischending sind

03.08.2011 Autor: admin

 

Immer zum Erscheinen der aktuellen Printausgabe der PAGE: »Die Fundstücke« von Jürgen Siebert. Freuen Sie sich über kühne Kommentare zu Trends, Entwicklungen, Ereignissen und dem ganz normalen Alltagswahnsinn eines Kreativen ... Heute: Die Zukunft des E-Publishings.

 

Vor wenigen Tagen bin ich zu der Erkenntnis gekommen, dass E-Book und E-Paper nur eine vergleichsweise kurze Episode in der Geschichte des Verlagswesens sein werden. Aus heutiger Sicht könnte man auch sagen: Sie befinden sich in der Sackgasse. Doch vielleicht sollte ich das Produkt erst noch einmal scharf definieren, bevor ich solche Thesen aufstelle: Mit E-Book und E-Paper meine ich jene Art elektronischer Publikationen, die ihr gedrucktes Vorbild – Buch und Zeitung oder Zeitschrift – für das Lesen am Bildschirm simulieren.

 

Es sind zwei digitale Verlagsobjek­te, die mich zu dieser Erkenntnis gebracht haben. Nummer 1 ist das Magazin der »Süddeutschen Zeitung«, das seit wenigen Wochen für das iPad erhältlich ist und schon jetzt mehr Freude bereitet als die gedruckte Version, und zwar aus drei Gründen: Das Magazin erscheint früher (bereits am Don­nerstagabend statt freitags), es kostet mit 0,79 Euro weniger als die gedruckte Ausgabe (gilt nur für Leser, die nicht in München leben und an der Trägerzeitung bedingt interessiert sind), und es ist in weiten Teilen spannender inszeniert als das gedruckte Heft.

 

Vielleicht lag es an Alina Süggeler aus Hattingen, der Sängerin der Band Frida Gold und Ex-H&M-Model, dass ich so begeistert bin. Sie war der Star der »SZ«-Magazin-Serie »Sagen Sie jetzt nichts« in Heft 28 vom 15. Juli 2011. Bei dieser beliebten Schwarzweiß-Fotoge­schichte stellen Prominente die Antwort zu einer klein gedruckten Frage mit Mimik und Gestik dar. Auf dem iPad ist dieses Format noch einen Tick inter­essanter, denn das Foto liegt verdeckt auf dem Bildschirm – erst ein Fingertipp wendet es und offeriert die Antwortgeste. Das Neue und Überraschen­de an der Alina-Süggeler-Story ist nun, dass dem Studiofoto ein dreisekündiges, stummes Schlüssellochvideo vorausgeht, das den Leser zum Zeugen des Fotoshootings macht. Das hat mich unmittelbar gefesselt.

 

Auch andere Segmente des digita­len »SZ«-Magazins sind mediengerecht angereichert. So findet sich etwa beim »Kochquartett« genügend Platz für ein großzügig bebildertes Step-by-Step-Rezept, und die Glosse des langjähri­gen »SZ«-Kolumnisten Axel Hacke kann man nicht nur lesen, sondern auch mit geschlossenen Augen auf sich wirken lassen – denn der Autor liest sie einem auf Wunsch einfach vor. Hey, das ist richtig gut gedacht und gemacht. Genau so müssen sich Printmagazine vom Papier emanzipieren.

 

Der zweite Grund, warum ich heute nicht mehr an das E-Book glaube, ist ein Projekt, an dem ich selbst maßgeblich mitgewirkt habe: das FontBook fürs iPad. Sein Vorgänger erschien vor genau zwanzig Jahren erstmals in gedruckter Form, die letzte Auflage 2006. Bereits damals ist uns klar gewesen, dass es wohl niemals wieder ein FontBuch mit 1760 Seiten geben wird. Wir wussten aber noch nicht, wann und in welcher Form diese Inhalte wiedergeboren werden würden.

 

Dann kam das iPad, und vor einem halben Jahr hat sich die Redaktion zusammengesetzt, um ein Konzept für das weltweit vertriebene Schriftenlexikon zu entwickeln, das sich komplett vom Vorbild Buch löst und stattdessen die nativen Gesten des iPad verwendet. In nur sechs Monaten ist eine App entstanden, die mich das Buch schnell vergessen ließ.

 

Rein rechnerisch enthält die iPad-Version eine Menge an Schriftmustern und Informationen, für die wir zwanzig Bände à 1760 Seiten hätten drucken müssen. Und mit einem Mal fielen mir die ganzen Kompromisse wieder ein, die wir vor fünf Jahren hatten machen müssen, beispielsweise Kapitälchen, Ziffernar­ten und Expert-Zeichensätze von Schrif­ten auf vier Zeilen Text unterzubringen. Oder dass als Zeichenvorrat für alle Schriften der kleinste gemeinsame Nenner herhalten musste (A–Z, a–z, 0–9) ... Wo wir doch so gerne die tatsächlich enthaltenen Zeichen zeigen wollten. Dies alles kann nun die App, schnell und tagesaktuell.

 

Mit Sicherheit werden Romane und Sachbücher noch für eine ganze Weile in das E-Book-Format geklemmt. Doch Nachschlagewerken, Zeitschriften, Kinderbüchern und bebilderten Publikationen steht eine befreite Zukunft auf Tablet-PCs bevor.


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