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Apple stellt Tablet-Mac vor

Apple stellt Tablet-Mac vor

28.01.2010 Autor: Thomas Kaltschmidt

Das Raten und Warten hat ein Ende. iPad heißt der jüngste Spross aus dem Hause Apple. Steve Jobs zauberte auf dem Event in San Francisco den Tablet-Mac bereits nach den ersten Minuten aus dem Hut. Mit 24,3 Zentimeter (9,7 Zoll) erreicht die Display-Diagonale des Gerätes in etwa Buchgröße, dazu ist es mit 1,3 Zentimetern erstaunlich dünn und mit einem Gewicht von unter 700 Gramm sehr leicht. Handelt es sich hier um das E-Book-Device, auf das alle gewartet haben?
Auf den ersten Blick wähnt man einen zu groß geratenen iPod Touch bzw. iPhone vor sich. Tatsächlich haben Touch und der neue Tablet-Rechner viel gemeinsam. Als Betriebssystem kommt im iPad ein für die größere Bildschirmfläche modfiziertes iPhone / iPod-Touch-Betriebssytem zum Einsatz, welches bekanntlich auf dem größeren Bruder Mac OS X basiert. Die Augen werden mit einem hochwertigen IPS-LED-Display verwöhnt, das von jedem Betrachtungswinkel gut ablesbar ist und mit einer Auflösung von 1024 x 768 Pixel ausgestattet ist. Zum Vergleich: iPhone bzw. iPod Touch haben eine Auflösung von 480 x 320 Pixeln.

Die Performance des iPad erscheint nach den ersten Demonstrationen außerordentlich hoch zu sein, da ruckelt nichts. Auch als Spielekonsole will der iPad punkten, der Erfolg der kleineren Brüdern in diesem Segment legt das wohl Nahe. Für ordentlich Power sorgt ein neuer, von Apple selbst entwickelter Prozessor namens A4, der mit 1 GHz getaktet ist. Dennoch ist der Tablet-Mac sehr genügsam, zumindest nach den Angaben von Apple, die eine Batterielaufzeit von bis zu zehn Stunden angeben. Im Praxiseinsatz muss man da meist ein paar Stunden abziehen. Die gute Nachricht: Neben den mitgelieferten, für die größere Bildschirmfläche optimierten Applikationen wie Mail, Safari, Kalender und Maps, laufen auch alle aktuellen iPhone/iPod-Touch Apps auf dem Device. Auf Wunsch in der Originalgröße mit schwarzen Balken oder in vergrößerter Darstellung. Wehrmutstropfen: Multitasking beherrscht der iPad offenbar nicht, lediglich Musik darf gleichzeitig im Hintergrund laufen.

An neuen Applikationen stellte Apple angepasste Versionen von Pages, Keynotes und Numbers aus dem iWork-Paket vor, eine App kostet zehn US-Dollar. Zu dem bekannten App-Store gesellt sich der neue iBooks-Store (inklusive Reader), über den Anwender elektronische Bücher, Zeitungen und Magazine laden. Hier setzt Apple auf den EPUB-Standard, einige amerikanische Verlage konnten für den neuen Vertriebsweg bereits gewonnen werden. Verglichen mit dem schwarzweiß E-Book-Reader Kindle (und seinen zahlreichen Geschwistern auf E-Ink-Basis), kann der iPad dann zwar mit Farbe punkten. Multimedia-Erlebnisse ermöglicht das EPUB-Format aber auch nicht, es ist nur für statische Seiten konzipiert. Und von Flash oder Silverlight ist auf dem iPad nach wie vor nichts zu sehen.

Was also ist das iPad? Sieht so die Revolution aus, auf die Verlage zum Anbieten von digitalen Inhalten gewartet haben? Was den iBook-Store angeht eher nicht. Aber für individuelle Apps, optimiert für das angenehm große Display, und gespickt mit multimedialen Ideen wie Video und Animationen, scheint jetzt die Zeit gekommen zu sein. Der günstigste iPad kostet 500 US-Dollar, der teuerste (mit 64 GB-Flashspeicher sowie GPS / 3G-Datenübertragung) 830 US-Dollar. Die ersten Geräte ohne 3G sollen in 60 Tagen erscheinen, die mit 3G brauchen noch 30 Tage länger.

 

 

(Ausriss der Website live.gdgt.com)


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