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Und...Action!

Und...Action!

01.04.2010 Autor: admin

 

Zur Sportfotografie gehört Bewegung. Und die wird nicht nur im Foto festgehalten, sondern lässt sich auch in der Bildbearbeitung mit verschiedenen stilistischen Mitteln verstärken. Sei es durch die Betonung der Szene mittels zusätzlicher Bewegungsunschärfen oder einen angepassten Gesamtlook über kombinierte Einstellungsebe­nen. Eine besondere Aufgabe ist dabei die Trennung der Effekte in Vorder- und Hintergrund, was einen detaillierten Maskenaufbau voraussetzt. Der folgende Workshop stammt aus dem „Photoshop-Buch. People & Porträt“ von Maike Jarsetz. Es deckt alle Facetten der People-Fotografie, von Porträts bis hin zu Beauty- und Glamour-Retuschen ab. Dabei erklärt die Autorin ihre Vorgehensweise in klar strukturier-ten, verständlichen Schritten.

 

 

 


 

 

 

Making Of

 

Wiederverwendbare Freistellungsmaske anlegen

Um das Bild richtig inszenieren zu können, ist es zum Teil erforderlich, Vordergrund und Hintergrund getrennt voneinander zu bearbeiten. Sie kommen deshalb nicht umhin, eine Freistellungsmaske aufzubaue.

 

 

1. Kanten mit Werkzeug auswählen

Der Skateboarder hebt sich gut vom Hintergrund ab. Die Auswahl können Sie also manuell mit der
Zeichenfeder – aber genauso automatisiert mit dem magnetischen Lasso vornehmen. Klicken Sie mit diesem auf eine eindeutige Kante, zum Beispiel unten am Arm, und umfahren Sie den gesamten Skateboarder direkt an der Kante. Modifizieren Sie gegebenenfalls die Frequenz und Breite, um die Punktedichte zu bestimmen. Schließen Sie die Auswahl am Anfangspunk.

 

 

 

2. Korrekturen im Maskierungsmodus vornehmen

Natürlich hat das magnetische Lasso seine Schwächen und reißt auch gerne mal aus. Das können Sie aber im Maskierungs­modus korrigieren, in den Sie mit der Q-Taste wechseln. Bessern Sie dort mit schwarzer und weißer Vordergrundfarbe und einer nicht zu weichen Pinselspitze die Maske aus. Übermalen Sie auch Details, die in den Hintergrund ragen, etwa die Armbehaarung , die Sie gleich über andere Wege in die Auswahl integrieren werde.

 

 

 

3. Auswahl speichern

Zurück im Standardmodus (wiederum mit der Q-Taste), speichern Sie die aktive Auswahl mit dem Menübefehl „Auswahl/Auswahl speichern“ und benennen diese. Die Auswahl ist nun dauerhaft als Alphakanal gespeichert, auf den Sie jederzeit zurückgreifen können.

 

 

 

4. Kanalkopie bearbeiten

Zur Auswahl der feinen Details, zum Beispiel der Haare, duplizieren Sie den kontrastreichen Blaukanal. Erhöhen Sie dort über die Tonwertkorrektur den Kontrast, indem Sie den Schwarz- und Weißpunkt enger zusammenschieben. Die Balance zwischen Tiefen und Lichtern steuern Sie über den Mittelwertregler. Achten Sie dabei vor allem auf die Kantendetails , für die diese Auswahl gedacht ist.

 

 

 

5. Maske nachbearbeiten

Die entstandene Kontrastmaske kehren Sie per Befehl-I um, damit die auszuwählenden Teile, also die Person, weiß ist. Übermalen Sie dann alle Hintergrundbereiche mit schwarzem Pinsel und harter Spitze. Restliche schwarze Pixel in der Person müssen Sie nicht stören, denn für das vollständige Innere der Person haben Sie ja schon eine Auswahl gespeichert. Die jetzige dient lediglich für die Details am Auswahlrand.

 

 

 

6. Masken kombinieren

Aktivieren Sie nun die erste gespeicherte Auswahl des Skateboarders per Klick auf deren Miniatur in der Kanäle-Palette . Laden Sie die Detailauswahl dazu, indem Sie mit gedrückter Befehlstaste auf das zwei­­­­te Icon klicken. Die zusätzlich geladene Auswahl füllen Sie mit „Bearbeiten/Fläche füllen“ zu 100 Prozent mit Weiß. So haben Sie die Details in die erste Auswahl integriert und können den zweiten Alphakanal löschen.

 

 


 

 

Dramatik in die Szene bringen

Mit der vorbereiteten Auswahl haben Sie eine gute Grundlage für alle weiteren Schritte geschaffen. Auf Basis eines Smart Objekts nutzen Sie verschiedene Filter und Überlagerungsmodi, um Bewegung und Dramatik in die Szene zu bringe.

 

 

1. Zoomeffekt erstellen

Aktivieren Sie in der Kanäle-Palette den RGB-Kanal, laden Sie aber gleichzeitig mit gedrückter Befehlstaste die Auswahl aus dem vorbereiteten Kanal. Wechseln Sie zurück in die Ebenen-Palette, und gehen Sie im „Filter“-Menü auf „Für Smartfilter konvertieren“. Wählen Sie dann „Weichzeichnungsfilter/Radialen Weichzeichner“ und als Methode „Strahlenförmig“ sowie eine Stärke zwischen 20 und 30.

 

 

 

2. Hintergrund nachbelichten

In der Ebenen-Palette ist die Smartfilter-Ebene entstanden. Falls Ihnen der Zoomeffekt zu stark ist oder Sie den Mittelpunkt verschieben wollen, klicken Sie einfach doppelt auf den Filternamen, um wieder zurück in das „Filter“-Menü zu gelangen. Um den Filter mit dem Original zu verrechnen, klicken Sie doppelt auf das Reglersymbol. In den erscheinen den Fülloptionen wählen Sie den Modus „Linear nachbelichten“, um in erster Linie die Tiefen zu dramatisieren. Verringern Sie die Deckkraft auf etwa 60 Prozent.

 

 

 

3. Beleuchtung setzen

Nun geht es darum, die Bildmitte stärker zu fokussieren. Rufen Sie „Rendering Filter/Beleuchtungseffekte“ auf. Diese bieten viele Möglichkeiten, auch spotartige Lichteffekte zu setzen. Für die Mitten-betonung genügt eine einfache Variante: Wählen Sie als Lichtart „Strahler“ mit einer weißen Lichtquelle. Setzen Sie die Intensität auf einen Wert zwischen 10 und 15 und alle anderen auf 0. Bewegen Sie dann den Umgebungsregler in Richtung „Positiv“ auf einen Wert um 40, bis der Kontrast zwischen Mitte und Rand stimmig ist.

 

 

 

4. Ränder abdunkeln

Der entstandene Lichteffekt soll in erster Linie die Ränder abdunkeln. Klicken Sie deshalb auch für diesen Filter doppelt auf das Regler-Symbol, und stellen Sie in den Fülloptionen den Modus auf „Luminanz“. Eine weitere Reduzierung der Deckkraft auf 60 Prozent verringert die Wirkung auf die hinten liegende Bildmitte. Die Person im Vordergrund ist ja schon durch die zuvor erzeugte Filtermaske geschützt.

 

 


 

 

Streetlook herausarbeiten

Der coole Streetlook entsteht durch eine Entsät­tigung der Farben, eine kalte Farbtemperatur und eine weitere Kontrastverstärkung mittels Schwarzweißüberlagerung. Den Wirkungs­grad der einzelnen Korrekturen steuern Sie wieder durch Masken oder Farbbereiche.

 

 

1. Sättigung verringern

Zuerst entsättigen Sie das Bild insgesamt. Wählen Sie dazu aus der Korrekturen-Palette die Funktion „Farbton/Sättigung“, in der Sie global und in einzelnen Farbsegmenten arbeiten können. Verringern Sie die Sättigung auf einen Wert von circa –30.

 

 

 

2. Blautöne abdunkeln

Um den Himmel weiter zu dramatisieren, wechseln Sie im Pop-up-Menü auf die Blautöne und verringern deren Helligkeit um –30. So bekommt das ganze Bild eine kühlere Grundstimmung, ohne dass die Hauttöne darunter leiden müssen.

 

 

 

3. Kühle Farbtemperatur wählen

Die kühle Stimmung können Sie durch einen erprobten Kaltfilter verstärken, allerdings sollte dieser nur auf den Hintergrund wirken. Laden Sie die bestehende Hintergrundauswahl, indem Sie die Befehlstaste drücken und auf die fertige Maske des Smartfilters klicken. Wählen Sie dann aus der Korrekturen-Palette die Fotofilter und dort im Pop-up-Menü „Kaltfilter (82)“. Verringern Sie die Dichte auf ungefähr 20 Prozent.

 

 

 

4. Tiefen- und Lichterzeichnung verstärken

Ebenfalls nur auf den Hintergrund soll jetzt eine weitere Kontrastverstärkung wirken. Dazu nutzen Sie eine überlagernde Schwarzweißebene. Halten Sie, während Sie die Funktion aus der Korrekturen-Palette oder aus der Liste der Einstellungsebenen wählen, die Alttaste gedrückt. In dem dann erscheinenden Fenster können Sie über die Schnittmasken-Option die Korrekturen auf die zuletzt verwendete Maske einschränken. Der Modus „Ineinanderkopieren“ sorgt für die farbige Kontrastverstärkung.

 

 

 

5. Lichter retten

Auch wenn bei den bisherigen Korrekturen die Bildstimmung im Vordergrund stand, vergessen Sie bitte nicht die Qualität Ihres Bildes, die durch die Tonwertgrenzen eingeschränkt ist. Blenden Sie sich zur Kontrolle das Histogramm ein, bevor Sie die Deckkraft der überlagernden Schwarzweißkorrektur so weit verringern, bis die Lichter nicht mehr am rechten Rand des Histogramms beschnitten werden. Klicken Sie auf das Warndreieck, um das Histogramm nach einer Änderung zu aktualisieren.

 

 


 

 

Hauptobjekt modellieren

Nachdem Sie sich ausgiebig mit der Ausgestaltung des Hintergrunds beschäftigt haben, geht es jetzt um den Skateboarder im Vordergrund. Die vorangegangenen Kontrast­korrekturen wären zu stark für die im Schatten liegenden Hauttöne, deshalb bekommen diese ihre eigene Licht-Schatten Nachbehandlung und eine finale Schärfung

 

 

1. Lichte-Schatten-Ebene erzeugen

Jetzt folgt noch eine Schwarzweißebene – diesmal aber für das zentrale Motiv. Starten Sie von der obersten Einstellungsebene in der Ebenen-Palette, und laden Sie noch einmal per Klick bei gehal-tener Befehlstaste die Auswahl aus der bestehenden Ebenenmaske . Kehren Sie die Auswahl mit Befehl-I um, und wählen Sie dann die Schwarzweiß-Funktion im Menü „Bild/Anpassungen“. Ziehen Sie nun mit dem Hand-Werkzeug direkt im Bild die Grautöne der Haut heller.

 

 

 

2. Weiches Licht anwenden

Dieses Schwarzweißbild wird jetzt durch einen Ebenenmodus überlagert. Allerdings nicht mit einem so intensiven Modus wie „Ineinanderkopie­ren“, sondern durch „Weiches Licht“. So entsteht eine Lichtebene, die die Grautöne der Schwarzweiß­umsetzung als Licht und Schatten überlagert.

 

 

 

3. Mit Licht malen

Wählen Sie den Differenz-Modus in der Ebenen-Palette und gestal- ten Sie so die Körperformen mit Licht. Laden Sie zunächst mit der Befehlstaste die Auswahl der aktuellen Maske, in der Sie dann malen. Über „Bearbeiten/Fläche füllen“ füllen Sie die Auswahl mit 60 Prozent Schwarz. So bleibt nur eine leichte Lichtwirkung übrig. Dort, wo Sie die Licht-Schatten-Kontrast verstärken wollen, arbeiten Sie diese mit einer weichen Pinselspitze und weißer Vordergrundfarbe stärker heraus.

 

 

 

4. Endergebnis zusammenfassen

Das Bild ist im Prinzip fertig. Es fehlt nur noch die finale Scharfzeichnung, die auf das Gesamtergebnis wirken soll. Aktivieren Sie mit der Shifttaste alle Einstellungsebenen, und rufen Sie im Menü der Ebenen-Palette den Befehl „Neue Gruppe aus Ebenen“ auf. Diese wählen Sie dann noch einmal zusammen mit der Bildebene aus und gehen auf „In Smart-Objekt konvertieren“.

 

 

 

5. Unscharf maskieren

Zuletzt rufen Sie „Scharfzeichnungsfilter/Unscharf maskieren“ auf. Ziehen Sie den Schwellenwert hoch, bis die Hautflächen geschützt sind, und justieren Sie Radius und Stärke. An den ursprünglichen Aus­-wahlrändern kann die Scharfzeichnung etwas zu intensiv wirken. Aktivieren Sie die Filtermaske, und malen Sie mit dünner, schwarzer Werk­zeugspitze über die Kanten, um sie wieder unauffälliger zu machen.

 


(veröffentlicht in PAGE 4.2010)





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