News
23.07.2014
Möbel aus Papier
»the thinKing« wollen den Werkstoff Wellpappe wieder als Material für den Möbelbau etablieren:
23.07.2014
Nachwuchspreis Neue Medien 2014
Bei dem Kreativ-Wettbewerb können Nachwuchskräfte aus unterschiedlichen Disziplinen ihre Arbeiten einreichen. Deadline: 1. Oktober 2014
23.07.2014
Jahresausstellung an der Muthesius Kunsthochschule
Heute eröffnet die Jahresausstellung »Einblick-Ausblick 2014« der Muthesius Kunsthochschule Kiel. Weitere Werkschauen im Juli:
22.07.2014
Master Stipendien Wettbewerb Berlin
Für das Wintersemester 2014/15 vergibt die design akademie berlin jeweils ein Leistungsstipendium pro Studiengang:
22.07.2014
Reeperbahnfestival 2014 – Das ist das Kunstplakat!
Rocket & Wink und die Facebook Gemeinschaft haben entschieden: Sieger des diesjährigen Wettbewerbs sind Stella Richter und Jan Grasdorf!
21.07.2014
Kreative Studiengänge zur Probe an der Macromedia Hochschule München
Am Freitag, 25.07. kann man die Studiengänge Film und Fernsehen sowie Medien- und Kommunikationsdesign kennenlernen:
21.07.2014
Silent Lips - Experimental Free Font
Vincent Labonne stellt seinen geometrischen Font »Silent Lips« in Regular und Bold frei zur Verfügung:
21.07.2014
Heute: Ausstellung »Sichtraum« in Augsburg
Studierende des Studiengangs Interaktive Medien der Hochschule Augsburg präsentieren ihre Projektarbeiten:
18.07.2014
KH Berlin: Bewerbungen jetzt auch zum Sommersemester
Für den postgradualen Studiengang Raumstrategien werden 2015 erstmals Bewerber auch zum Sommersemester aufgenommen:
18.07.2014
Gestalten für das imaginäre deutsche Designmuseum
Unter diesem Motto sind ab heute an der UdK Berlin u.a. imaginierte Museumsmodelle und fingierte Eröffnungsplakate zu sehen:
Kalender

22.07.14 / Metzingen bei Stuttgart

Senior Art Director (w/m) Online

OUTLETCITY METZINGEN GmbH

22.07.14 / Schwalbach

Information Architect (m/w)

dietz GmbH & Co. KG

21.07.14 / Walldorf

Creative Director Studio SAP (m/f)

SAP AG

21.07.14 / Hamburg

Conception Manager Digital (m/w)

ProSiebenSat.1 Media AG

21.07.14 / Unterföhring

Art Director (m/w) Schwerpunkt Sixx und ProSieben

ProSiebenSat.1 Media AG

 
Kalender
News
Conny zu
Free Fonts von Virus

sehr schöne Schrift, Top ;-)
18.07.2014
mehr
PAGE Redaktion zu
Free Font des Monats: Mr Bedfort

Lieber Dirk, Du hast vermutlich den falschen Downloadlink angeklickt – die Seite ist in der Tat etwas verwirrend. ...
17.07.2014
mehr
Dirk zu
Free Font des Monats: Mr Bedfort

Also bei mir wird ein Diskimage geladen (dmg) und nach dem Entpacken lächelt mich eine nackte Frau von einer ...
16.07.2014
mehr
Claudia Gerdes zu
Wie Sportfotografen bei der WM arbeiteten

Danke für den Hinweis!!! Der Link ist korrigiert.
14.07.2014
mehr
Daniel Lauterbach zu
Wie Sportfotografen bei der WM arbeiteten

Der Link in der Bildunterschrift funktioniert leider nicht.
14.07.2014
mehr


Line

ATYPI 2010 in Dublin

ATYPI 2010 in Dublin

11.10.2010 Autor: Oliver Linke




In diesem Jahr war es das Motto »the word«, unter dem sich weltweite Schriftenmacher vom 8. bis 12. September in Dublin trafen. Ein gewaltiges Programm mit über 100 Präsentationen zu allen Facetten der Schrift wartete auf die Teilnehmer. Oliver Linke war vor Ort und hat ein paar Eindrücke für Sie zusammengestellt.

 

Dublin – Geburtsstadt von James Joyce, Samuel Beckett und Oscar Wilde, um nur einige zu nennen – ist mit dem geschriebenen Wort bestens vertraut. Dass für die diesjährige  ATypI-Konferenz das Motto »the word« gewählt wurde, lag deshalb mehr als nahe. Dennoch taten sich die Organisatoren offenbar schwer, den »literarischen Gebrauch« der Buchstaben in Dublin mit ihrer typografischen Sichtweise zusammen zu bringen, bei der man sich für gewöhnlich auf technische und ästhetische Aspekte der Schrift konzentriert. Die Brücke zwischen Literatur und Type Design zu schlagen, schafften nur sehr wenige Referenten. Schade, so blieb die eigentlich gut gewählte Parole nur ein frommer Wunsch.



Abgesehen von dieser programmatischen Schwäche, hatte die diesjährige Konferenz jedoch wieder jede Menge zu bieten. (Die Betonung liegt auf »Menge«.) Dazu wurde auch die zweitägige »Preface« – eine Art Vorprogramm, das in den vergangenen Jahren überwiegend technischen Themen gewidmet war – stärker integriert. Sie hob sich heuer inhaltlich nicht mehr klar von der Hauptkonferenz ab. Es entstand ein riesiges, 5-tägiges Angebot mit über 100 Präsentationen zu allen möglichen Facetten der Schrift. So gesehen, in der Tat ein typografisches Schlaraffenland, in dem sich die konzeptuelle Schwäche des Programms gut verschmerzen ließ.
Nur hin und wieder hätte ich mir etwas mehr Qualität statt Masse gewünscht. Dass beispielsweise Forschungsprojekte präsentiert werden, obwohl sie gerade erst begonnen wurden, halte ich schlicht für überflüssig.

 

 

Bas Jacobs von Underware mit seinem Vortrag »Let’s suffer together«. Foto Kunihiko Okano.



Was den Rahmen der Veranstaltung betrifft, hatten die Macher ein glückliches Händchen: Sowohl das Dublin Castle als Hauptveranstaltungsort, als auch die anderen Orte für Preface, Ausstellungen, Empfänge und die obligatorische Samstags-Party, waren sehr gut gewählt, technisch bestens ausgestattet und boten einwandfreie Voraussetzungen für den regen Austausch untereinander. Auch die Mahlzeiten ließen keine Wünsche offen – kein leichtes Unterfangen bei einer Konferenz dieser Größe.

 

Aber nun zum eigentlichen Kern der Sache: Die Vorträge liefen in zwei parallelen Strängen; während der Preface zusätzlich durch Workshops begleitet. Einige Schwerpunktthemen ließen sich ausmachen: Verstärkt beschäftigten sich die RednerInnen wieder mit der Lesbarkeit von Schriften. Dabei wurden auch spezielle Bereiche untersucht, wie etwa Maschinenlesbarkeit, Lesbarkeit bei Kindern oder bei Menschen mit Sehschwächen oder Lese-Rechtschreibschwächen.
Einen nahe liegenden Schwerpunkt bildeten eine ganze Reihe von Vorträgen mit irischen Themen: Präsentiert wurden verschiedene Untersuchungen zu historischen und aktuellen Erscheinungsformen der Gälischen Schrift, die zwar auf den lateinischen Lettern fußt, aber für einige Buchstaben spezielle Varianten erfordert.
Hochaktuell wurden auch (wieder) Webfonts gehandelt. Der derzeitige technische Stand und die verschiedenen Sichtweisen von Schriftgestaltern, Herstellern, Vertrieben etc. wurden ausgiebig beleuchtet. Aktueller Hinweis: Interessierten sei zu diesem Thema der Webfontday 2010 am 13. November in München empfohlen.

 


Hier ein paar kurze Einblicke in einige Highlights der Konferenz.

 

Den Anfang machte Robert Bringhurst mit der Frage »Who are these people?« – einem Portrait des Berufes "Schriftentwerfer". Sein Vergleich, dass Schriften wie Flöhe einen Menschen parasitieren, der daraufhin sofort beginnt, für die Reproduktion seines Parasiten zu sorgen, mag unbehaglich klingen, dennoch schienen einige Exemplare dieser Spezies sofort zu verstehen, wovon die Rede war. Bringhurst beleuchtete insbesondere die globale Komponente von Schriften, etwa das Zusammenbringen verschiedener Schriftsysteme wie Griechisch und Kyrillisch. In einem Beispiel zeigte er nordamerikanische Zeichensysteme indianischer Stämme, die – obwohl räumlich so nahe liegend – bisher kaum die Aufmerksamkeit der Schriftenmacher auf sich ziehen konnten.


Foto Nina Stössinger



Der Freitag begann mit einem exzellenten Beitrag von  Paul Stiff über das scheinbar »alltägliche Lesen und Schreiben«. Als einer der wenigen Referenten schaffte er es, die gesellschaftliche Relevanz von Schrift zu thematisieren. Eindrucksvoll unternahm er eine Reise vom südamerikanischen Straßenschreiber, der – wie in Europa vor 500 Jahren üblich – heute offizielle Dokumente für Analphabeten aufsetzt, bis hin zur irischen Verlesung der »Riot Act«, die als geflügeltes Wort so manche Kampfansage symbolisiert. Stiffs These, dass Lesen und Schreiben eine unverzichtbare Grundlage in einer Demokratie darstellen, macht die Schrift zu einem elementaren Bestandteil unserer Gesellschaft.


Einen zentralen Beitrag zur Gälischen Schrift lieferte Mathew Staunton. Wahrscheinlich ist den wenigsten bewusst, dass Irland neben einer eigenen Sprache auch eine eigene Schrift pflegt. Noch unter Queen Elisabeth I. Ende des 16. Jahrhunderts erschien eine erste Drucktype. Paradoxerweise wendete sich dieser »Annäherungsversuch« der englischen Königin an die irische Kultur in den folgenden Jahrhunderten gegen sie. Die irische Schrift wurde mehr und mehr zu einem Statement gegen die englische Kirche und Regierung.

 

John Kearney: »Aibidil Gaoidheilgh agus Caiticiosma« (Gälisches Alphabet und Kathechismus), 1571


Eine extrem nationalistische Färbung bekam die Schrift schließlich mit der Verwendung durch die Sinn-Féin-Bewegung zu Beginn des 20. Jhd. Später, zwischen 1922 und 37, wurden beispielsweise englische Briefmarken mit irischen Texten überdruckt.

 

 


Die Schrift Monotype Series 85 bold face, die zur Überdruckung der Briefmarken verwendet wurde


Doch bereits Ende der 20er Jahre entstand eine Gegenbewegung, die im Zuge einer Europäisierung zur Abschaffung der Schriftform im Schulunterricht führte. Seither fristen die Buchstaben ein »historisches« Dasein, auch wenn sie in den irischen Straßen noch recht häufig zu sehen sind.


Ein visuelles Highlight präsentierte  Marian Bantjes mit ihren »meaningful letters«. Die immer wieder neuen Buchstaben-Kreationen der provokativen Kanadierin begeisterten die Zuhörer sichtlich. Dass dabei eben nicht nur gestalterisches Können sondern zudem ein ausgeprägtes Gespür für intelligente Texte in die Waagschale geworfen wurde, machten die vielen gelungenen Beispiele deutlich. Unbedingt reinschauen: www.bantjes.com.

 

 

Ziffern für Men’s Health

 

 

Inschrift auf einem Tisch für Droog: »Get up from this table and go make a contribution to Doctors Without Borders. Donate enough that it hurts a little. Then come back to this table and enjoy your meal. Really, really enjoy your meal.«

 

 

Soll noch im Oktober erscheinen: Marian Bantjes neuestes Werk »I wonder«


Ein Zeichensystem der ganz anderen Art stellte Emily Luce vor: Der in Amerika verbreitete, geheime »Hobo Code« dient Landstreichern zur Kennzeichnung ihrer Umgebung für Nachfolgende. Da gibt es eingängige Symbole für bissige Hunde, unproblematische Schlafplätze, nette alte Damen, Männer mit Waffen und vieles mehr. Einiges davon könnte bei Ihrer nächsten USA-Reise vielleicht von Nutzen sein...

 

 

Hobo Codes für »nette alte Dame«, »Mann mit Waffe«, »Gefängnis«, »Bissiger Hund«, »Reicher Mann (Hut und Goldhaufen)«


Einen echten Schocker lieferte dann noch James Mosley, bekannt für seine sorgfältigen Recherchen zu historischen Schriftformen: Er machte sich an einem der Schlüsseldokumente irischer Geschichte zu schaffen und untersuchte die gedruckte Proklamation der Irischen Republik von 1916 etwas genauer.



Die Feststellung, dass für das scheinbare Originaldokument eine Type verwendet wurde, die erst Jahre später entworfen wurden, dürfte in so manchem irischen Herz für kurzzeitige Aussetzer gesorgt haben. Ausgerechnet die Worte »Irish Republic« waren in der erst 1931 entworfenen Gill Sans ExtraBold gedruckt. War das Dokument also eine Fälschung, die über all die Jahre unbemerkt geblieben war?
Gott sei Dank konnte Mosley schließlich beruhigen, indem er für die offenbar zahlreichen späteren, teilweise stark veränderten Nachdrucke doch noch eine Originalfassung fand. Die ganze Geschichte kann man auf Mosleys Blog nachlesen.


Verwandte Artikel

Line
Line
Kommentare
Kommentare: 0


Line
TDC 2014

Free Fonts

Typo-Bücher

Alles rund um Webfonts

Services