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Das erste Motiv finde ich schon ok. Das letzte sieht aus wie ein mieses Japan-Schriftzeichen mit Haus-vom-Nikolaus ...
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Im Gespräch: Interview mit Niels „Shoe“ Meulman

Im Gespräch: Interview mit Niels „Shoe“ Meulman

08.03.2010 Autor: Antje Dohmann

 

Calligraffiti heißt das neue Steckenpferd des niederländischen Kalligrafen, Typografen und Designers Niels Meulman, das auch auf den Tüchern und Schals seines Labels Unruly zum Einsatz kommt


Frühen Ruhm erlangte Niels Meulman als Graffiti-Künstler unter dem Namen „Shoe“ – unter dem er auch einen Designerschuh für den britischen Bekleidungs- und Sportartikelhersteller UMBRO gestaltete, der heute zu Nike gehört. Im Anschluss an seine Ausbildung beim niederländischen Grafikdesign-Guru Anthon Beeke gründete er seine eigene Designfirma, arbeitete als Senior Artdirektor bei BBDO und war zuletzt Kreativdirektor bei MTV Europe und freischaffender Designer mit einem speziellen Augenmerk auf Typografie. Außerdem entwickelte er ein eigenes Schal- und Halstuch-Label namens Unruly. Seine Arbeiten sind Teil der ständigen Sammlungen des Stedelijk Museum in Amsterdam und des Museum of Modern Art in San Francisco. In wenigen Tagen erscheint sein Buch „Calligraffiti“, das wir dann hier auf page-online vorstellen.

 

Sie haben so ziemlich alle Designdisziplinen ausprobiert. Woran hängt Ihr Herz und welcher Job eignet sich am besten zum Geld verdienen?

Mein erstes Unternehmen beschäftigte sich hauptsächlich mit Lettering- und Dekorationsprojekten. Da war ich 18 Jahre alt und fand es toll, große Buchstaben auf Billboards und Schaufenster zu pinseln. Es war ein bisschen wie Graffiti malen. Wobei ich Graffitis nicht als Designdisziplin sehe. Dann lernte ich das Editorial-Design kennen. Daran gefiel mir, dass man mit so vielen Leuten zusammen arbeitet. Wer Magazine, Poster und Bücher gestaltet muss man ein Team-Player sein – und das bin ich definitiv. Der Schritt von Kommunikation zum Verkaufen ist nicht groß. Als meine zweite Firma in der Agentur BBDO aufging fiel es mir demnach nicht schwer, als Art-Direktor Kampagnenkonzepte für große Kunden zu entwickeln. Später wurde ich dann Kreativ-Direktor was in erster Linie bedeutete, andere Kreative zu managen. Spaß machte das nicht, aber dafür bekam ich 1000 Euro am Tag. Inzwischen weiß ich: je mehr Geld involviert ist, desto mehr politische Spielchen muss man spielen. Jetzt, da ich mich nur noch mit Kunst um der Kunst willen beschäftige, kann ich mich auf eine einzige Sache konzentrieren: Calligraffiti. Ich liebe das Spiel mit dem weißen Papier und der schwarzen Tinte. Für mich ist das eine deutliche Verbesserung der Lebensqualität, ich kann viel reisen und muss nicht mit Arschlöchern zusammen arbeiten.

 

Am 12. März erscheint Ihr neues Buch „Calligraffiti“. Was erwartet den Leser und was unterscheidet dieses Buch von anderen Kunstbüchern?

Es zeigt vor allem zwei Dinge: Kalligrafie muss keinesfalls altmodisch sein und Graffiti ist nichts Neues.

 

Der Begriff Calligraffiti klingt neu, aber ist es die Kunst dahinter auch? Gab es diese Vermischung von Kalligrafie und Street Art nicht schon vorher?

Die Bezeichnung Calligraffiti kursiert schon seit einigen Jahren und zwar für die unterschiedlichsten Dinge. Mein Buch zeigt verschiedenste Arbeiten, die sich alle an der Grenzlinie zwischen Kalligrafie und Graffiti bewegen. Auf solche Artworks trifft der Begriff Calligraffiti zu, auch wenn die Kategorisierung nicht immer einfach ist.

 

Haben Sie bei all Ihren Aktivitäten Zeit, auch selbst Bücher zu lesen und wenn ja welche?

In meinem ganzen Leben habe ich vielleicht zehn Romane gelesen. Ich kann mich nie auf den Inhalt konzentrieren, weil ich immer von meinen eigenen Gedanken zum Thema abgelenkt werde oder weil ich mich auf die Schrift konzentriere, in der das Buch gesetzt ist. Auf diese Weise wurde mit klar, dass Wörter Bilder sind. Aber ich besitze sehr viele Bücher – allerdings fast ausschließlich Bildbände.

 

Was planen Sie für das Jahr 2010?

Ich werde das ganze Jahr mit meinem Buch auf Tour sein. Ich habe auch schon eine Reihe Termine für Vorträge in Europa und den USA, zusammen mit meinem Mitautor und Freund Adam Eeuwens. Sehr freuen würde ich mich, wenn der Symbologe John Langdon, der ja das Vorwort geschrieben hat, uns zu dem ein oder anderen Vortrag begleiten kann.

 

www.nielsshoemeulman.com

www.calligraffiti.nl

www.unruly.nl

 

Mit 18 war Niels Meulman unter dem Namen „Shoe“ als Graffiti-Künstler bekannt. Heute mixt er seine Graffitis mit Kalligrafie

 

Für den Sportartikelhersteller UMBRO gestaltete Niels Meulman einen Schuh

 

Unter seinem Label Unruly verkauft er mit Calligraffiti bedruckte Schals und Tücher

 

„A picture is worth a thousand words“. Diese Weisheit setzte Niels Meulman für www.ridiculousdesignrules.com um

 

Dieser Schriftzug entstand für ein Buchcover

 

Niels Meulman arbeitete für eine Reihe großer Kunden wie Bols...

 

...Skoda...

 

...oder Heineken

 

Die Taube lächelte von einem Party-Poster während des Amsterdam Dance Event 

 

Typoillustration für den Department Store De Bijenkorf

 

Vier Tage harte Arbeit stecken in dieser Wandmalerei für eine Ausstellung im Zuiderzee Museum in Enkhuizen


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