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Schrift des Monats – Vela

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ela ist für den Mengensatz konzipiert, sieht aber auch in Headlines gut aus

Wärme war dem Kommunikations-Design-Studenten Holger Königsdörfer sehr wichtig. Seine Schrift sollte nicht geometrisch kühl sein, sondern Charakter haben, etwas besitzen, das am Auge kratzt und diesem Halt gibt, damit es beim Lesen nicht ausrutscht. So stand am Anfang seiner Arbeit eine ganze Reihe manueller Experimente, die ihm helfen sollten, eine lebendige, warme Schrift zu entwickeln.

Da es sich bei diesem Entwurf zugleich um Holger Königsdörfers Diplomarbeit an der Hochschule für angewandte Wissenschaften in Augsburg handelte, sind alle diese Versuche dokumentiert. Zunächst befasste er sich mit kalligrafischen Aspekten, zum einen mit dem Verhältnis von Rhythmus und Bewegung, zum anderen mit der Auswirkung unterschiedlicher Schreibwerkzeuge auf die Buchstabenformen.

Dann setzte er sich mit verschiedenen Druckprozessen auseinander. Mit Hilfe von Walzen und Farbe rollte er Buchstaben auf Papier oder schnitt Buchstabenstempel aus Linolplatten, die er wieder überdruckte. Unter Verwendung von Schablonen setzte er Buchstaben aus möglichst wenigen konstanten Einzelformen zusammen. Einige durch die Schablonenexperimente entstandenen Formen finden sich in den Bogenformen seiner Schrift wieder, die sehr hohe Anschlüsse an den Stamm aufweisen. »Wie schon bei den kalligrafischen Experimenten zeigten mir auch die drucktechnischen Experimente, welchen Einfluss Werkzeuge und Materialien auf die Buchstabenformen haben«, erzählt Holger Königsdörfer. »Eine Besonderheit beim Druck war für mich, wie durch das Aufpressen von Farbe die Form verändert wird, Quetschränder entstehen, enge Winkel zulaufen und scharfe Kanten abgerundet werden.«

Neben diesen drucktechnischen Experimenten untersuchte er mit Hilfe von auf Folien gezeichneten Buchstaben im Fotolabor die Einflüsse von unterschiedlichen Lichtquellen und Beleuchtungswinkeln auf das Schriftbild. Durch Zufälligkeiten oder Knicke im Papier, kamen Schattenverwerfungen und interessante Effekte zustande. So entstand eine serifenbetonte Antiqua, deren Details und Eigenheiten sie auch in Headlines gut aussehen lassen. In erster Linie aber hat Holger Königsdörfer sie für den Mengensatz gestaltet. Durch die hohen Anschlüsse der Bögen die den Binnenraum vergrößern sowie durch die beruhigte Oberkante der x-Höhe, wird die Schrift besonders in kleinen Größen gut lesbar.

Bei der Foundry Lazydogs in Augsburg wurde die Vela technisch optimiert und ist dort ab sofort für rund 200 Euro erhältlich. 

Die weichen Übergänge von den Serifen zum Schaft sind Resultate der fotografischen Experimente

 

Abgeleitet von den drucktechnischen Experimenten entstanden Serifenformen, welche sich an ihrem Ende leicht nach außen wölben und weich an den Stamm anschließen

 

Verschiedene drucktechnische Experimente halfen Holger Königsdörfer, die richtige Form der Buchstaben zu finden

Mit Hilfe von auf Folien gezeichneten Buchstaben untersuchte Holger Königsdörfer im Fotolabor die Einflüsse von unterschiedlichen Lichtquellen und Beleuchtungswinkeln auf das Schriftbild. 


Die Kursive wurde stark durch die kalligrafischen Experimente beeinflusst. Sie setzt sich deutlich vom Regular-Schnitt ab und bietet so eine gute Auszeichnungsmöglichkeit

Zu den Standard-Versalien der Kursiven gibt es noch einen extra Satz Zierversalien mit stärkerer handgeschriebener Anmutung


Die Schriftfamilie beinhaltet die Schnitte Regular mit Kapitälchen sowie Italic mit Zierversalien und einen Bold-Schnitt. 

 



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Wir zeigen Serifenschriften für Lesetexte, die der Times weit überlegen sind

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