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Schrift des Monats – Vitesse

Schrift des Monats – Vitesse

07.04.2010 Autor: Antje Dohmann

 

Mit der Vitesse bringen Jonathan Hoefler und Tobias Frere-Jones erneut eine Slab Serif auf den Markt

 

 

Ich mag sie einfach, diese Slab Serifs mit ihren fetten, plakativen Serifen, die so angenehm normal und wenig exaltiert wirken. Außerdem liegen sie im Trend. Ein Indiz dafür ist, dass die beiden Profis Jonathan Hoefler und Tobias Frere-Jones recht kurz nach ihrer Slabserif-Familie Sentinel (siehe auch PAGE 10/09, Seite 46 ff.) mit der Vitesse jetzt eine weitere Familie dieser Gattung heraus bringen. Dominiert werden die SlabSerifs von den sogenannten Antiques aus dem 19. Jahrhundert – darunter fallen alle die Typen mit einem gewissen Strichstärkenkontrast – und den geometrischen SlabSerifs, die Anfang des 20. Jahrhunderts mit dem Bauhaus aufkamen und sehr konstruiert wirken.

 

Was aber sind die Slabs des 21. Jahrhunderts fragten Hoefler und Frere-Jones und entwickelten mit der Vitesse eine Schriftfamilie, die im Spannungsfeld zwischen organischen Buchstabenformen und geometrischen Rastern angesiedelt ist und dem Anwender so eine neue typografische Möglichkeit gibt: freundlich, selbstsicher und stylish. Während die Slab Serifs des 19. Jahrhunderts in der Regel auf Ellipsen basieren und die aus dem 20. Jahrhundert auf einem Kreis, suchten die New Yorker Typedesigner für ihren Entwurf nach einer anderen geometrischen Form, die ebenso ergiebig ist und landeten irgendwann bei einem gerundeten rechten Winkel. In den verschiedensten Ausprägungen wird dieser zum zentralen Thema der Schrift und bestimmt ihren Charakter. Halbe Sachen machen Tobias Frere-Jones und Jonathan Hoefler nie und so ist auch die Vitesse gut ausgebaut. Mit zwölf Schnitten – Thin, Light, Book, Medium, Bold und Black jeweils mit Kursiver – kann man sie für verschiedenste Anwendungen einsetzen, zumal die Familie mit knapp 200 Dollar durchaus erschwinglich ist. Ich bin gespannt wo wir sie zuerst entdecken werden.

 

www.typography.com

 


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